Indikatoren-Trading

An der Börse sind Neulinge schnell mit den täglichen Veränderungen der Aktienkurse überfordert. Zunächst wird der wirtschaftswissenschaftliche Ansatz „Nachfrage bzw. Angebot bestimmen den Preis“ als Antrieb angenommen. Diese Wissensbasis kommt schnell an ihre Grenzen, wenn dann für den Anstieg oder den Fall der Kurse Gründe mitgeliefert werden. Daran verzweifelt der Anleger.

Einen solchen Tag gab es zum Beispiel am vorgestrigen Handelstag. Mit Spannung haben die Anleger auf die amerikanischen Arbeitsmarktdaten gewartet. Diese wurden dann am europäischen Nachmittag ausgewiesen und waren schlecht.

Jetzt liegt die Annahme nahe, dass die Kurse daraufhin fallen müssten. Es wurden deutlich weniger Stellen außerhalb der Landwirtschaft neu geschaffen, als man gehofft hatte. Solch negative Nachrichten müssten die Anleger dazu bewegen, ihre Wertpapiere zu verkaufen.

Die Annahme der Anleger dahinter: Geht es der US-Wirtschaft schlecht, dann können die Unternehmen ihre angepeilten Gewinnziele nicht halten. Daraufhin müssen die Dividendenzahlungen reduziert oder gar ausgesetzt werden. Eine schlechte Wirtschaftsentwicklung ist schlecht für den Aktienmarkt.

Für die obige Annahme müsste der Aktienmarkt normal sein. Das ist er allerdings derzeit nicht annähernd. Die Anleger überraschten viele Marktteilnehmer und machten aus der schlechten Nachricht eine gute. Sie sagen, der Wirtschaft könne es ruhig schlechter gehen, wir haben da ja noch die Zentralbank FED im Rücken. Diese wird uns unterstützen, solange die wirtschaftlichen Rahmendaten schlecht sind.

Diese Überlegung hat sich auch am Parkett durchgesetzt und die Investoren Aktien kaufen lassen. Wie wild wurde fast jedes Wertpapier zu fast jedem Preis gekauft. Das Resultat waren deutlich grüne Aktienkurse, soweit das Auge sehen konnte. Die Märkte haben aus einer schlechten Nachricht einen Tag zum Feiern gemacht.

Nun verfolgt der Neuling die obigen Geschehnisse und weiß nicht mehr, was er glauben soll. Das passt doch nicht zusammen, ist seine Schlussfolgerung. Recht hat er. Sein Fehler ist ein anderer, nämlich, dass er den Kursveränderungen einen Namen geben will. Er will das „Warum“ verstehen, welches es an der Börse nicht gibt.

Aktienkurse verändern sich nicht aufgrund von Nachrichten. Diese sind nur zur Garnierung gedacht. Die Anleger machen Nachrichten zum Grund für eine Kursbewegung, warum aber Anleger eine Aktie ge- oder verkauft haben bleibt im Verborgenen. Wenn alle Anleger gleich denken würden, dann würde niemand in der Krise Aktien kaufen und niemand seine Papiere in einer Hausse-Phase verkaufen. Doch genau das passiert.

Dabei ist es wirklich nur die Nachfrage (oder das Angebot), welches über das Wohl (oder das Leid) des Aktienkurses bestimmt. Wenn also am vorgestrigen Tag Anleger Lust hatten, Aktien zu kaufen, weil ihnen langweilig war, dann ist das so.

An der Börse muss sich der Neuling von der Denkweise „normal“ lösen. Sonst lassen sich die Geschehnisse am Aktienmarkt nicht verstehen. Der Anleger sollte die Kursentwicklung als gegeben hinnehmen, mit dieser Einstellung lässt sich auch besser schlafen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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