Buchtipp

An der Börse ist derzeit Folgendes ausgemachte Sache: Solange die Welt sich dreht, steigen die Aktienkurse. Im Detail lässt sich das so erklären: Solange die USA nicht zahlungsunfähig wird und die Notenbanken Geld drucken, geht das muntere Kursaufblasen weiter. Da die USA scheinbar immer einen Weg finden, das Schuldenlimit anzuheben und die Zentralbanken nicht daran denken, mit der Flutung aufzuhören, scheint die Richtung der Aktienmärkte vorgezeichnet zu sein.

Die Investoren sind sich einig, dass es derzeit keine Alternative zu Aktien gibt. Zinsen sind zu niedrig, um anderweitige Anlagen als attraktiv zu erachten. Gold und Silber sind ein Schatten ihrer selbst, damit wollen viele Anleger derzeit nichts zu tun haben. Die ruhmreichen Zeiten der BRIC-Nationen neigen sich ebenfalls dem Ende zu. Also ziehen Investoren ihr Geld aus anderen Orten und anderen Anlageformen ab und bringen es vornehmlich nach Deutschland, um damit im DAX zu investieren.

Der deutsche Markt gilt als stabil und den deutschen Unternehmen geht es deutlich besser als ihren europäischen Konkurrenten. So ist unter den Anlegern dieser Aktienmarkt der bevorzugte. Solange alle die gleiche Denkweise eint, passiert das, was wir am Aktienmarkt verfolgen können. Es kommt zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung. Die Aktien steigen, weil die Käufer kaufen. Die Käufer kaufen, weil die Aktien steigen, andere Käufer kaufen wiederum, weil ihren die Kurse davonlaufen. Das Rad dreht sich immer schneller und der Druck, nicht dabei zu sein, wird dabei immer größer.

In solch einem Umfeld bewegen sich die Märkte derzeit. Es ist für Außenstehende klar, dass etwas an den Börsen nicht stimmt. Die Kurse passen nicht mehr zu den Unternehmensentwicklungen, Unsicherheiten scheinen die Anleger nicht mehr zu stören (was definitiv zur Vorsicht mahnen sollte) und der Tunnelblick hat sich ausgebreitet. Das hat zur Folge, dass die Börsen ihre attraktive Rolle so lange behalten, solange das billige Geld weiter fließt.

Können die Börsen denn ewig steigen? Darauf wird ihnen jeder, der sich mit der Materie befasst hat, mit „nein“ antworten. Kann es eine Art des sicheren Geldverdienens an der Börse geben? Damit ist gemeint: egal, wie man an der Börse investiert, lässt sich das Geld sofort vermehren? Auch diese Frage wird mit „nein“ beantwortet werden. Und dennoch, genau diese beiden Gründe sind die stärksten Antreiber, die die Anleger genau jetzt in den Markt strömen lassen.

Die Investoren sagen sich, solange die Kurse steigen, kaufe ich Aktien. Und sie sagen auch: Nirgendwo anders kann ich soviel und so schnell Geld verdienen, wie derzeit an den Aktienmärkten. Kurzfristig gedacht ist das auch der Fall, solange man den Absprung rechtzeitig schafft und nicht dieser Sucht verfällt. Denn das, was jetzt einladend ist, nämlich bei Schwäche zu kaufen, wird sich bald in ein Gift verwandeln und den Anleger immer tiefer in den Abwärtsstrudel ziehen, wenn die Kurse die Richtung ändern.

Gleichzeitig ignorieren die Anleger das Risiko, das sie derzeit mit einem Kauf von Wertepapieren eingehen. Derjenige, der jetzt kauft, kauft inmitten einer Hausse und es kann jederzeit passieren, dass man der Letzte ist, der die Aktien kauft und danach fallen die Kurse (sie sind ja zuvor bereits gestiegen). Dieses Risiko schmeckt dem Anleger nicht und deshalb will er davon auch nichts hören, was ihn wieder zurück zu seinem Tunnelblick führt.

Die Börsen können nicht ewig steigen. Sich diesem Wunsch hinzugeben, ist vielleicht natürlich, weil das die menschliche Natur ist, doch er ist nicht real. Immer wieder sollten sich Anleger daher selbst hinterfragen, ob das Risiko, das sie eingehen, noch verhältnismäßig ist.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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