Buchtipp

Die Welt hält den Atem an. Heute könnte der Tag vor der Zahlungsunfähigkeit der USA sein. Niemand weiß, was dann passieren würde. Warum muss die Weltgemeinschaft es überhaupt soweit kommen lassen, dass alle die Luft anhalten müssen? Die USA spielen wieder den Hollywoodhelden. Sie sind Verursacher des Problems und präsentieren sich aber gleichzeitig als Retter. Solch ein Spiel sollten sich die anderen Nationen nicht gefallen lassen.

Es ist überhaupt schon ein Irrsinn, dass sich Menschen und Finanzmärkte auf luftleere Versprechen zum Thema Zahlungsausfall der USA einlassen. So hört man alle paar Stunden, dass jemand gesagt habe, es könne bald zu einer Einigung kommen. Darauf legen die Aktienmärkte los und steigen im Kurs. Das ist unnormal, wenn nicht sogar krank. Vor allem zeigt es vortrefflich, wie irrational die Märkte geworden sind.

Besonders der Anstieg am Aktienmarkt lässt viele mit einem Kopfschütteln zurück. Die amerikanischen Indizes steigen und ziehen alle anderen Märkte mit. Da stört auch die mögliche Pleite der USA nicht. Obwohl die Investoren wissen, dass sich der Aktienmarkt von der Realwirtschaft abgekoppelt hat, steigen die Kurse dennoch. Es handelt sich um eine Blase. Und dennoch werden immer mehr Anleger auf das Parkett gelockt. Die Interessierten können sich offensichtlich nicht mehr gegen die süßen Rufe wehren.

Die viel wichtigere Frage ist nicht, ob sich Republikaner und Demokraten rechtzeitig einigen werden, sondern warum solch ein großes Land überhaupt in solch eine Situation gekommen ist. Gleichzeit muss auch gefragt werden, warum sich die Weltgemeinschaft in Sippenhaft nehmen lässt. Für die USA gilt: Hätten die Schulden nicht so hoch getürmt werden dürfen, oder einfacher, darf Parteipolitik über dem Wohl der Allgemeinheit stehen? So ist jede Aussage, die über den US-Haushaltsstreit getroffen wird, im Grunde nicht die Luft wert, durch die sie gesprochen wird. Als Betrachter kann man keinem der Streithähne mehr Glauben schenken. Man versteht nicht mehr, welche Absicht hinter den verschiedenen Forderungen steht.

Nun schaut die Welt gebannt auf die USA und hofft. Alle hoffen, dass es nicht zum Äußersten, nämlich zum Zahlungsausfall kommt. Gleichzeitig schwingt die eine immer wiederkehrende  Frage durch den Kopf, ob die Beteiligten es wirklich darauf ankommen lassen werden. Bisher geht man immer noch davon aus, dass den USA das Geld nicht ausgehen wird, weil das Schuldenlimit rechtzeitig angehoben wird. Was passiert aber, wenn die USA doch Pleite gehen? Gibt es dann morgen einen Aktiencrash, werden die Supermärkte keine Waren mehr verkaufen (weil die Regale leer sind) und schießen Gold und Silber als Fluchtwährung durch die Decke? Man weiß es nicht.

Die Zentralbanken diesseits und jenseits des Atlantiks sind die große Unbekannte in diesem Krimi. Sie können die Märkte beeinflussen, stützen und sie können Einfluss auf die Geschehnisse nehmen. Wenn Geld das Problem der USA ist, dann sollte das ein Wunsch sein, der sich erfüllen lassen sollte. Die FED, die EZB und die BoJ kennen sich hervorragend mit dem Ducken von Geld aus. Wie werden sich die Zentralbanken verhalten, wenn es zum Äußersten kommt?

Die letzten Tage sind geprägt davon, dass niemand etwas Genaues weiß und dennoch die Erwartung aufrechterhalten wird, dass es am Ende nicht zu einer amerikanischen Staatspleite kommen wird. Woher sämtliche Akteure die Sicherheit nehmen, ist unklar. Viel klarer ist jedoch, dass sich die Welt von den USA an der Nase herumführen lässt. Schön ist sowas nicht.

Die Weltgemeinschaft sollte lernen und sich nicht noch einmal in solch eine Lage bringen lassen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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