Buchtipp

Der DAX kennt kein Halten mehr. Egal, wie unsicher die Lage irgendwo auf der Erde sein mag, es kann nicht so schlimm sein, als dass Anleger besonders am Aktienmarkt nicht zugreifen würden. Die Folge ist ein neues Allzeithoch. Jetzt wird bereits von Rekorden gesprochen und von Kauflust der Investoren. Ob es wirklich einen Grund gibt, sich zu freuen, oder ob die Kaufpanik der Anleger nicht ein Grund zur Sorge sein sollte, ist noch nicht abschließend beantwortet.

So geht die Mehrzahl der Marktteilnehmer von einer baldigen Einigung im US-Haushaltsstreit aus. In der Folge würde man sich in Washington auch auf eine Anhebung des Schuldenlimits einigen und der mögliche Zahlungsausfall der USA wäre vom Tisch. Die Anleger würden dann erleichtert reagieren. Diese Erleichterung nehmen sie jetzt bereits vorweg. Dass ein Staatsbankrott nicht wirklich ausgeschlossen werden kann, wurde in dem Artikel "USA: Niemand rechnet mit einem Ausfall" thematisiert.

Offensichtlich lässt keine Unsicherheit die Anleger von ihrer Entscheidung abbringen, Wertpapiere zu kaufen. Das ist insofern erstaunlich, als dass jede Art von Unsicherheit zu Zurückhaltung führen müsste. Jeder, der schon länger am Aktienmarkt beteiligt ist, der wird wissen, dass dies ein ungeschriebenes Gesetz am Finanzmarkt ist. Unsicherheit ist nicht gut für die Börsen. Wenn diese, wie jetzt gesehen, ignoriert wird, dann kann man schon von Kaufpanik sprechen.

Es ist die blanke Gier der Anleger, etwas zu verpassen. Gier ist jedoch kein guter Begleiter für den Investor. Gier vernebelt den Blick für die Gefahr, die derzeit am Markt herrscht. Blinde Kaufpanik ist nie von Dauer, es war nie anders. Kurzzeitig fühlt sich der Anleger bestätigt, weil sein Handeln zunächst zu einer positiven Wertentwicklung seiner Wertpapiere geführt hat (Markt steigt), das sind jedoch meist die letzen Schritte eines Zyklus.

Im Moment haben die Investoren alle Hemmungen verloren. Sie wollen nichts hören von Gefahren für ihr Geld und ihre Investition. Das ist jedoch brandgefährlich, denn eine Aktienanlage ist nie ohne Risiko. Bitte verinnerlichen Sie diesen Satz, sofern Sie neu an der Börse handeln. Zum Ende einer Hausse sieht die Spekulation mit Aktien besonders einfach aus. Der Anleger kauft und wird sofort mit Pluszeichen belohnt. Er denkt, das ist ja ganz einfach und erhöht schnell sein Kapital, um noch mehr zu verdienen. Vielleicht findet sich der eine oder andere Leser sich in dieser Beschreibung wieder.

Die soeben beschriebene Denkweise ist nicht neu, sie läuft am Aktienmarkt immer gleich ab. Meist ist das am Ende von Phasen, an denen Kurse gestiegen sind. In solch einem Moment ist der der Käufer besonders interessiert daran, am Aktienmarkt einzusteigen. An der Börse ist es schon immer so gewesen, dass es bei jedem Geschäft immer einen gibt, der sich über seinen Erwerb freut, in der Hoffnung auf steigende Kurse. Es gibt aber auch jemanden, der sich ebenso freut, dass er seine Aktien zu diesem Preis verkaufen konnte.

Die Börse war zu keiner Zeit eine Einbahnstraße. Bei aller Freude über das neue Hoch sollte man diesen Grundsatz nicht außer Betracht lassen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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