Buchtipp

Die meisten Anleger sind sich sicher, es gäbe keinen Crash mit Ansage. Der Markt würde nicht fallen, wenn die Anleger fallende Kurse erwarten. Der Markt müsste erst noch übertreiben, wie wild nach oben schießen, die Medien müssten zum Einstieg klingeln, dann erst würde ein Crash am Aktienmarkt den Nährboden für den Fall erhalten. In dieser Sicherheit wiegen sich die Börsianer. Sie glauben nicht an den Kursverfall, obwohl die Kurse bereits am Fallen sind.

Besonders am Verlauf des Dow Jones erkennt man deutlich, wie ein dominanter Verkaufsprozess vonstattengehen kann. Der Markt fällt dann nicht mal 1-2 Tage, sondern gleich vier. Der amerikanische Leitindex hat in 15 Handelstagen 1000 Punkte Kursverlust eingefahren. Dabei handelt es sich nicht um den berühmten Zickzackverlauf am Markt, sondern um eine direkte, stark fallende Linie. Manch ein Börsianer könnte bei diesem Anblick bereits von einem Ausverkauf sprechen.

Noch geben sich die Anleger in Deutschland unbesorgt. Man will nichts von Problemen hören. Die meisten gehen davon aus, dass es sich diesmal wieder nur um eine Korrektur handelt und damit die Kurse bald wieder in Richtung Jahreshoch ziehen werden. Zugegeben, der DAX ist bisher auch nicht viel gefallen. Doch wehe, wenn der Index mal Schwung holt. Gestern Nachmittag um 17:15 Uhr war so ein Moment, an dem die Aktionäre kurzfristig die Luft anhalten mussten. Der deutsche Leitindex konnte plötzlich gar nicht schnell genug fallen.

Die fallenden Kurse, besonders im DAX, sollten nicht überraschen. Letzten Freitag, am 04.10.2013, konnten wir eine DAX-Analyse (hier) veröffentlichen und einen Ausblick geben. Es wurde mit weiter sinkenden Kursen gerechnet. Es ist nicht neu, dass der deutsche Markt sich noch robust hält, doch wie lange noch? Beim Dow-Jones-Index merkt man die Hoffnung der Anleger auf bald wieder steigende Kurse. Jeder Tag beginnt mit dem neuen Wunsch, dass der Markt steigen möge und er wird nicht erfüllt.

Für den Moment ist der Anleger nicht empfänglich für das Thema Krise. Zu sehr hat er sich an die schöne Zeit am Aktienmarkt gewöhnt, bei der die Kurse nur eine Richtung, nämlich nach oben, kennen. Zu sehr ist seine Haltung vom ewig steigenden Markt festgefahren, das hat nun ein Scheuklappendenken zur Folge. Die allgemeine Denkweise lautet dann folglich: „Meine Aktien werden von einem Kursverfall nicht betroffen sein“ oder „die Zentralbanken werden den Markt nicht abstürzen lassen“.

Die Sorge vor einem Crash ist begründet, wird jedoch von den Investoren vehement ignoriert. Dabei ist vor allem an der Börse sicher, dass nichts sicher ist. Alles andere kann jederzeit passieren. Auch ein Crash. Nur weil die Anleger nicht glauben können, dass etwas nicht eintreten kann, heißt das nicht, dass es nicht dennoch so kommen kann.

Es gibt für alles ein erstes Mal, auch für den Crash mit Ansage.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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