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Heute Morgen war den Anlegern in Europa nicht zum Feiern zumute. Die Börsenindizes waren durchgehend rot gefärbt und auch im Laufe des Tages schafften die Aktienmärkte keine Erholung. Wie es nun aussieht, beginnt die Luft aus den viel zu heiß gelaufenen Kursen zu entweichen. Das ist schlecht für die Aktionäre, jedoch gut für den Gesamtmarkt. Die Medien bemühen sich, als Grund die italienische Politikkrise und amerikanische Streitereien vorzuschieben. Der wirkliche Grund ist viel schlichter.

Schreckensszenarien werden aus Italien aufgemalt. Eine handlungsunfähige Regierung wird in Aussicht gestellt. Ein Land ohne politische Führung wäre schlecht, heißt es (für wen eigentlich?). Nach Meinung der Medien sollen die Anleger weltweit aufgrund der politischen Unsicherheit in Italien auf den Verkaufsknopf drücken und sich von ihren Wertpapieren trennen. Das ist ganz schön weit hergeholt. Anleger haben schon viel chaotischere Dinge mit Italien mitgemacht, und dabei hat niemand daran gedacht, seine Anteile zu verkaufen. Warum also sollte das genau jetzt der Fall sein?

Zudem wird als Grund der Haushaltsstreit zwischen Demokraten und Republikanern in den USA vorgeschoben. "Oh Gott, oh Gott", heißt es auch hier vor lauter Schreck. Man will sich gar nicht ausmalen, was alles passieren könnte, wenn den USA das Geld ausgehen würde. Die Realität sieht ganz anders aus: Die USA sind faktisch schon pleite. Und wenn ihnen das Geld auszugehen droht, dann soll die FED einfach mehr Geld drucken, darin ist sie ja geübt.

Die USA sollten jedoch aufhören, die Weltgemeinschaft mit ihrer sinnlosen Diskussion zu beschäftigen. Wir schrieben schon in einem früheren Artikel: "Lasst die USA pleite gehen". Ein Schauspieler kann nur so lange schauspielern, solange es Zuschauer gibt. Interessiert es niemanden, was die USA machen, dann würden die Scheindiskussionen um Staatsbankrott und Schuldenlimit einfach aufhören.

Nun, die Anleger brauchen etwas, woran sie sich festhalten können. In diesem Fall sollen die beiden obigen Gründe für den Verkaufsdruck herhalten. Es könnte jedoch auch ganz schlicht der Fall sein, dass die Anleger einfach Aktien verkaufen wollen. Zum Beispiel, weil die Oma ihre Enkel auszahlen will, oder weil das Geld anderweitig angelegt werden soll. Es ist nun einmal so, dass der Aktienmarkt in den vergangenen Jahren nur allzu gut gelaufen ist. Es ist normal, dass die Anleger nun jeden Grund willkommen heißen, um Gewinne mitzunehmen.

Der DAX fällt, weil Aktienpositionen, welche im buchhalterischen Plus sind, nun durch den Verkauf des Wertpapiers in tatsächliche Gewinne umgewandelt werden. Jeder Verkauf übt Druck auf die Verkaufsseite aus. Wenn dann das Angebot nicht aufgefangen werden kann, fällt der Preis und damit der Index.

Es ist im Grunde ganz einfach, aber die Medien wollen etwas berichten und die Anleger über etwas diskutieren. Da macht sich das italienische Chaos und der amerikanische Streit viel besser.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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