Angebot

Unsere Gesellschaft hat sich in eine Lage manövriert, in der es ihr chronisch an Geld mangelt. Und das, obwohl die Menschen arbeiten und im Falle Deutschlands dem Staat Rekordsteuereinnahmen bescheren. Dennoch hat der Staat nicht genug, um Bildung und Infrastruktur zu finanzieren. Gleichzeitig jedoch verdienen Unternehmen Milliarden in einem Quartal. Der wohlhabende Teil der Gesellschaft vergrößert sein Vermögen, während die Einnahmen der Mittelschicht stagnieren. Da stimmt doch was nicht.

Die Idee für diesen Artikel kam auf, als der Autor eine Meldung über die Strafzahlung der US-Bank JP Morgan gelesen hatte. Dabei wurde die Bank wegen illegaler Machenschaften zu 900 Millionen Dollar Strafe verdonnert, ohne dass es strafrechtliche Konsequenzen für die Handelnden geben wird. Die Höhe der Strafe stört die Bank wenig, da es sich hier in ihrer Welt der großen Zahlen nur um einen kleinen Betrag handelt.

Wenn die Summe also nur „Peanuts“ ist, warum kann dann die Bankenwelt nicht für ihre eigene Schieflage vorsorgen? Davor sorgt sich die Finanzwelt am meisten, eben dass sie mehr Eigenkapital zurücklegen muss. Offensichtlich ist das Geld jedoch da, das zeigen Jahres- und Quartalsergebnisse. Und das sind nur die ausgewiesenen offiziellen Gewinne. Vor den vielen Ausgaben, wie den hohen Gehältern und den Bonuszahlungen, ist der Gewinn noch höher. Es geht dabei um Milliarden.

Jetzt ist es so, dass nicht nur die Banken Milliarden gewinnen, sondern andere Konzerne ebenso. Es sind vor allem Konzerne, die besonders viel von dem im Umlauf befindlichen Geld für sich einnehmen können. Es sind die gleichen Konzerne, die ihre Gewinne durch das gerade in der Verhandlung befindliche Freihandelsabkommen mit den USA noch ausweiten wollen. Es sind auch die Konzerne, die am meisten von der Eurozone profitieren. Und es sind die Konzerne, die die Steuerschlumpflöcher am besten ausnutzen können.

Zurück zur gesellschaftlichen Betrachtung. Für die Bürger ist meist kein Geld da. Da zuckt der Staat mit den Schultern und verweist auf die leeren Kassen. Warum aber sind die Kassen leer, wenn die Bevölkerung arbeitet, Steuern zahlt und die Unternehmen gut verdienen? Warum müssen sich immer mehr Menschen, trotz einer Vollzeitbeschäftigung, Sorgen machen, ob sie über die Runden zu kommen? Und warum reicht heute ein Gehalt eines Familienvaters nicht mehr aus, um eine Familie zu ernähren?

Anstatt das große Ganze zu hinterfragen, arbeiten die Lohnempfänger immer schneller und immer mehr in ihren Hamsterrädern und bekommen dafür immer weniger. Zum Beispiel fahren Menschen aus dem Raum Frankfurt zur Arbeit nach Köln und umgekehrt. Das ist doch krank. Jeder beschwert sich über volle Autobahnen, welche zusätzlich von den Lastern der Unternehmen verstopft sind (das sind diejenigen, die die Milliardengewinne erwirtschaften) und trägt selbst zur Verstopfung bei.

Die Unternehmen verlagern ihren Lagerplatz auf die Straße. Sie tragen also dazu bei, dass die Straßen schnell abgenutzt werden, sie zahlen gleichzeitig wenig Steuern und fahren die großen Gewinne ein. Gleichzeitig wird über Umweltverschmutzung geschimpft, doch der nächste Laster verlässt sogleich die Rampe und das nächste Kreuzfahrtschiff den Hafen. Da stimmt doch schon wieder was nicht.

Aus der finanziellen Sicht betrachtet, ist das Geld für einen allgemeinen Wohlstand für alle vorhanden. Menschen könnten für ihre Arbeit angemessener bezahlt werden. Bürger und Unternehmen könnten vom Staat eine Drosselung ihrer Ausgaben verlangen. Denn es sind die Menschen, die sich die ungerechte Behandlung gefallen lassen. Solange z.B. Arbeitnehmer erdulden, dass sie der Arbeitgeber knechtet; solange sie ertragen, dass die Abgabenlast immer schwerer wird, wird sich auch nichts ändern.

Je weiter die Zeit uns führt, macht sich unsere Gesellschaft den Weg für eine Verelendung frei. Noch geht es den deutschen Bürgern besser als Menschen in andern Teilen der Welt. Das wird uns jedoch nicht davon abhalten, auch in den Strudel des Abwärtssogs zu geraten, wenn sich Dinge nicht rechtzeitig ändern. Jede Veränderung geht von einem kleinen Schritt aus. Jede Lawine kommt durch den ersten Stein ins Rollen.

Denken Sie nicht, Sie könnten nichts verändern. Zum Beispiel haben Sie am Sonntag die Wahl. Wählen Sie etwas, was sie zuvor nicht gewählt haben. Für eine Veränderung, für einen Anstoß, muss man selbst anders handeln, als man es bisher getan hat. Denken Sie über das große Ganze nach.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

Share This