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Gestern Abend hat die FED gar nichts entschieden. Das war die schlechteste Wahl aller Möglichkeiten. Sie hatte die Erwartungshaltung schon so eingerichtet, dass mit einer Kürzung der Liquiditätsmaßnahmen um 10 Milliarden Euro gerechnet wurde. Anstatt diese Vorgabe zu nutzen, hat sich die FED für den Weg des geringsten Widerstands entschieden, denn sie will einfach so weitermachen wie bisher. Es zeigt sich, dass die FED nicht mehr zurück kann. Das wird zum Knall führen.

Schon länger wird berichtet, dass das Bereitstellen von frischem Geld eine Sache ist und das Wiedereinsammeln des ausgegebenen Geldes eine ganz andere. Hier liegt genau das Problem. Das Geld ist schon ganz weit in der ganzen Welt verstreut. Die FED kann gar nicht hingehen und von den Besitzern des Kapitals eine Rückgabe verlangen. Sie kann Anreize schaffen, wie zum Beispiel Zinsen zu erhöhen, ob die Marktteilnehmer jedoch folgen werden, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Gleichzeitig hat jedes Handeln der amerikanischen Notenbank weltweite Auswirkungen. Allein das Ankündigen, dass man über einen Ausstieg nachdenke, hat schon zu einer massiven Kapitalflucht aus den aufstrebenden Ländern geführt. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie groß die Nebenwirkungen sein werden, wenn aus der Ankündigung Ernst werden würde. Diese Sorge beschäftigt derzeit Bernanke und Co. Sie haben den Geist aus der Flasche gelassen und nun können sie ihn nicht mehr einfangen.

Würde die US-Notenbank wirklich den Schritt wagen und mit dem Tapering zu beginnen, dann hätte das natürlich auch massive Konsequenzen für die USA. Eine Verringerung des Gelddruckens geht mit steigenden Zinsen für US-Staatsanleihen einher und steigende Zinsen sind Gift für ein überschuldetes Land wie die USA. Nun wird auch verständlicher, warum die FED seit Monaten schlingert.

Sie weiß, dass sie das Gelddrucken verringern muss. Sie traut sich nur nicht, weil sie nicht weiß, wie katastrophal die Auswirkungen auf die Welt sein werden. Gleichzeitig hat sie die Nachteile für den US-Haushalt im Blick. Egal, wie sie es anstellt, sie kann nur falsch handeln.

Es gab schon seit Jahren Stimmen, die die FED vor solch einer Sackgasse gewarnt haben, doch sie hat sich trotzdem für den Weg in diese ausweglose Lage entschieden. Sie hat nun die Wahl zwischen Pest und Cholera. Beides ist schlecht. Weshalb sie sich nicht traut, eine Entscheidung zu treffen. Damit fährt sie weiter mit Vollgas auf eine Katastrophe zu. Diese Form der Geldpolitik wird zu einem großen Knall führen, weil sich niemand der Verantwortlichen trauen wird zu handeln.

Solange der Zug noch langsam fährt, kann man noch abspringen. Wehe aber, der Zug hat Geschwindigkeit aufgenommen, dann bekommt man es mit der Angst zu tun. Genau diese Angst sitzt den Notenbankverantwortlichen im Nacken.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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