Indikatoren-Trading

Verfolgt man das aktuelle Börsengeschehen, dann hört man immer dasselbe heraus: Wird die amerikanische Zentralbank FED ihre Stützungsmaßnahmen für den Markt drosseln oder nicht? Diese Frage ist nicht einmal neu, sondern beschäftigt das Geschehen bereits seit einem halben Jahr. Das Schlimme an dieser Entwicklung ist, dass sich die Börsianer mit einer Fragestellung beschäftigen, auf die sie keine Antwort erhalten. Je länger dieser Quatsch andauert, umso höher steigen die Kurse. Das muss man nicht verstehen.

Morgen Abend ist es wieder soweit. Das Ergebnis der nächsten Sitzung der FED steht bevor. Wieder einmal, so wie in all den vergangenen Sitzungen, beginnt das heitere Rätselraten, was denn gesagt werden könnte. Manchmal ist sogar wichtig, was nicht gesagt wird. Egal, wie herum, die Börsen beginnen schon einmal mit der Antizipation. Das lässt Kurse manchmal fallen und oftmals steigen, denn eine Vollbremsung (Einstellung der Liquiditätszufuhr) erwartet niemand am Markt.

Derzeit werden monatlich 85 Milliarden Dollar in den Markt gepumpt. Wenn die Notenbank ernst machen sollte und wirklich mit dem „Tapering“ anfangen sollte, dann will sie im ersten Schritt den Betrag um läppische 10 Milliarden auf 75 Milliarden senken. Das ist immer noch ein enormer Betrag, der den Märkten jeden Monat zur Verfügung gestellt wird. Aus diesem Blickwinkel betrachtet erschließt sich schnell, warum die Börsen einfach nur eine Richtung kennen.

Nun muss man sich einmal vorstellen, dass ganze Völker die Auswirkungen der Gedankenspiele der amerikanischen Notenbank zu spüren bekommen. Das interessiert die FED kaum. Sie ist darauf bedacht, die Marktteilnehmer im Ungewissen zu lassen. Aus diesem Grund erhält man nach einer Sitzung auf jeder Pressekonferenz nur vage Andeutungen über die zu erwartende Politik. Aufgrund der getätigten Aussagen kann niemand eine Anlageentscheidung treffen, geschweige denn, sich auf die Politik der FED verlassen.

Die Börsen haben schon seit langem aufgegeben, sich um die Geschehnisse rund um die Unternehmen, die an ihnen gehandelt werden, zu kümmern. Man hat das Gefühl, dass an der Börse jedes andere Thema erstickt wird, dass nicht Notenbankpolitik heißt. Die Zentralbanken haben zu große Macht erhalten. Früher waren die Zentralbanken auch ein Thema, wenn eine Sitzung anstand und dann für eine Zeitlang keine mehr. Heute sind sie immer ein Thema und das mahnt zur Sorge.

Die Notenbank kann das Börsengeschehen nicht immer kontrollieren. Irgendwann manövriert sie sich in eine Zwickmühle, weil sie der Erwartungshaltung der Marktteilnehmer nicht entsprechen kann. Die Zinsen sind schon tief, die Liquiditätszufuhr läuft bereits auf voller Kraft. Die FED kann bald nicht mehr stützen. Tritt sie auf die Bremse, dann würgt sie die Feier an der Wallstreet ab und gleichzeitig stürzen die Kartenhäuser der aufstrebenden Staaten, welche auf billigem Geld gebaut wurden, in sich zusammen.

Die FED hat nun die Wahl zwischen Not und Elend. Das bedeutet nicht, dass man mit der FED Mitleid haben müsste. Sie hat sich selbst in diese Lage manövriert und die Börsen haben das Spiel mitgespielt. Also muss jeder auch die Konsequenzen tragen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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