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Frau Merkel hat es mal wieder geschafft. Vor der Bundestagswahl hat sie keine Krise einholen können. Das war im Frühjahr noch anders, doch an Teflon-Merkel bleibt eben nichts haften. Nicht mal die Krisendiskussion über Griechenland, die ihr Finanzminister entfacht hat. Gefühlt weiß jeder, dass nach der Wahl die schmerzhafte Wahrheit ans Licht kommt, doch jetzt will der Bürger scheinbar nichts davon wissen. Er hat wohl auch keine Alternative.

Das dicke Ende kommt noch, darin sind sich fast alle Bürger in Deutschland einig. Keine Krise ist gelöst, die Märkte werden immer noch geflutet, die Zinsen sind zu niedrig, Griechenland braucht wieder Geld, die Energiewende stockt, die Konjunktur wackelt und die USA spionieren die Deutschen aus. Das sind nur einige der Punkte, die die aktuelle Regierung zu verantworten hat. Und dennoch hat die Kanzlerin gute Möglichkeiten, wiedergewählt zu werden. Die Regierung hat Vieles nicht gut gemacht, vielleicht aber weniger schlecht als eine andere Partei, mag manch einer denken.

Frau Merkel ist bei den Deutschen beliebt. Sie regiert mit ruhiger Hand und stiller Haltung. Wer sich zuerst bewegt, verliert, ist ihre Devise. Probleme aussitzen, nennen das andere. Das ist auch der Grund, warum dieser Wahlkampf so langweilig ist. Frau Merkel hat gefühlt schon längst gewonnen und einen echten Herausforderer gibt es in Deutschland nicht. Deshalb kann man schon bald die letzen Tage bis zur Wahl herunterzählen. Spannend wird es nach der Wahl, denn dann wird erkennbar sein, dass doch nicht alles so schön ist, wie man es vor der Wahl versprochen hat.

Zum Beispiel, dass man sich vehement gegen einen Schuldenschnitt in Griechenland ausgesprochen hat. Wenn dieser nach der Wahl kommen sollte (das wird nicht zu vermeiden sein), dann wäre es doch naheliegend, diejenigen zur Kasse zu bitten, die Frau Merkel und Herrn Schäuble gewählt haben. Leider wird das in einer großen Koalition auch nicht anders sein. Die Einzigen, die keine weiteren Rettungen finanzieren wollen, ist die Partei Alternative für Deutschland (AfD). Die soll der Bürger ja bekanntlich nicht wählen.

Will man Verantwortung vorleben, dann müssten die Politiker für das verantwortlich sein, was sie den Bürgern versprechen. Nicht nur vor der Wahl, sondern während der ganzen Legislaturperiode. Will man Politik neu ausrichten, dann müsste der Bürger auch für das, was er wählt, verantwortlich sein.

Denn so, wie es jetzt ist, ist es nicht mehr schön und auch nicht mehr zeitgemäß. Das zeigt sich an der hohen Quote der Nichtwähler bzw. bei denen, die nicht wissen, was sie wählen sollen. Der Bürger will seine Stimme nicht mehr für vier Jahre abgeben. Vielleicht muss in Deutschland ein Umdenken erfolgen und über Volksbefragungen nachgedacht werden, damit mehr direkte Demokratie gelebt werden kann. Der Bürger will eingebunden werden und für seine Belange mitentscheiden können.

All das kümmert die Kanzlerin derzeit wenig. Sie sitzt wieder einmal die Zeit ab, bis sie wiedergewählt wird.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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