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Es jährt sich die Pleite der Lehman Brothers Bank aus den USA. Das war der Moment, in dem die Finanzkrise ihren Lauf nahm und man überrascht erkannte, dass Banken ein Risiko für die Weltgemeinschaft darstellten. Sofort wurden Rettungsmaßnahmen ergriffen, um das Schlimmste zu verhindern. Damals versprachen Retter und Geretteter, dass so eine Notsituation nie wieder eintreten darf. Es blieb bei dem Versprechen, denn passiert ist danach nicht viel.

Der Mensch ist in der Regel resistent dagegen, aus seinen Fehlern zu lernen. In der Regel macht er die gleichen Fehler immer und immer wieder. Warum sollte sich das nach den Ereignissen um Lehman-Brothers also geändert haben? Die Grundproblematik war damals, dass die Finanzinstitute zu viel Geld zur Verfügung hatten und dieses unters Volk bringen wollten. In einer Bank bringt Geld, das herumliegt, eben nichts ein. Also drückte man das freiliegende Geld in den Immobilienmarkt in den USA. Man nötigte die Menschen zum Erwerb von Immobilien, wohl wissend, dass diese sich den Kauf nicht leisten konnten.

Die Banken liebten damals wie heute das Risiko und investierten kräftig. Jeder wollte der Schnellste sein, um den Leuten einen Immobilienerwerb schmackhaft zu machen. Dabei war nicht das Andrehen des Darlehensvertrages an ahnungslose Kunden die besondere Leistung, sondern die Bündelung vieler Darlehensverträge und das Weiterverkaufen dieser neuen Pakete an andere ahnungslose Finanzinstitute. So wurde aus den Risiken der amerikanischen Banken ein Problem für die Weltgemeinschaft. Damals handelte fast jede Bank rund um den Globus mit den verbrieften Forderungen, ohne zu wissen, dass es sich dabei um ein besonderes explosives Gemisch handelte. Wie wir alle wissen, ist dieses Gemisch dann auch explodiert.

Lange Rede, kurzer Sinn: Risiken wurden eingegangen, ohne dafür Sicherheiten zu haben. Damals hatten die Banken zu wenig Eigenkapital und deshalb mussten die Steuerzahler einspringen, um diejenigen zu retten, die im Kasino gezockt hatten. Das Versprechen der Politik, neue Regeln aufzustellen und Banken krisenfest zu machen, wurde bisher nicht eingelöst. Noch immer sind die Banken ein Risikofaktor für die Weltgemeinschaft, noch immer wird wild gezockt, noch immer ist von Einsicht nichts zu sehen.

Die Politik traut sich bis heute nicht durchzugreifen, und die Banken wollen sich nicht maßregeln lassen. Sie lassen sich durch ihre starke Lobby vertreten und drohen ganz offen mit schmerzhaften Folgen, wenn man sie in die Schranken weisen sollte. Somit bleibt alles bei Lippenbekenntnissen, ohne wirkliche Taten folgen zu lassen.

Das Besondere an der Problematik von vor fünf Jahren war, dass zu viel Geld verfügbar war. Genau dieses wurde hemmungslos eingesetzt. Damit wurden Risiken angehäuft, die man später nicht stemmen konnte. Und raten Sie jetzt mal, was man aktuell macht, um die Krise angeblich zu bekämpfen? Man stellt noch mehr Kapital zur Verfügung.

Es erschließt sich dem Menschenverstand nicht, warum ein Fehler mit dem gleichen Fehler ausgemerzt werden könnte. Das Ergebnis ist wie zu erwarten: Der Derivatemarkt boomt weiter und Länder, die zuvor noch nicht von einer Immobilienblase betroffen waren, werden jetzt auch infiziert. Man braucht nur die Preisentwicklung der Immobilienpreise z.B. in Deutschland zu verfolgen.

Die Erkenntnis der letzen Jahre ist, dass die Banken immer noch wild Risiken eingehen, ohne dass man sie kontrollieren könnte. Sie haben immer noch zu wenig Eigenkapital, um sich im Falle einer Schieflage selbst retten zu können. Und die Banken glauben immer noch immun gegen jede Art von Pleite zu sein.

Genau die gleiche Ausgangslage hatten wir vor fünf Jahren ebenso. Der Mensch will einfach nicht aus seinen Fehlern lernen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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