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In Kürze soll der US-Konzern Verizon ein Rekordanleiheverkaufsprogramm verkünden. Dabei will das Unternehmen zwischen 40-49 Milliarden Dollar einnehmen. Die Investoren würden Schlange stehen, um dem Unternehmen Geld zu leihen. In einem Umfeld, in dem die Zinsen so gering sind und gerade ein Anlegenotstand herrscht, freuen sich die Investoren über jede neue Gelegenheit zu investieren. Alle freuen sich über das billige Geld.

Das Vorhaben des US-Unternehmens passt hervorragend zu unserer aktuellen Zeit. Zuerst wird eingekauft, nämlich den 45% Anteil am Mobilfunkunternehmen Verizon Wireless von Vodafone, und erst dann wird sich Gedanken gemacht, wie man das Geld zusammenbekommt. Müsste es nicht andersherum richtig sein?

Von Sparen will scheinbar niemand etwas hören, wenn es um Einkäufe geht (bei Personalkosten ist das anders). So hat man sich für einen Rekordpreis ein Unternehmen gekauft, die Medien berichten pausenlos darüber, und nun legt das Unternehmen auch noch ein Anleiheprogramm oben drauf, das alle bisherigen Rekorde übersteigt.

Zudem ist es aktuell günstig, sich zu verschulden. Für geringe Zinsen kann man heute den Investoren Firmenanleihen schmackhaft machen. Auf diesem Weg kommt Verizon billig an Fremdkapital. Manche Unternehmen verfolgen diese Strategie schon länger. In einem niedrigen Zinsumfeld verschuldet man sich stärker, um den Zinsvorteil auszunutzen. Diese Technik nutzen auch deutsche Unternehmen.

Ob das sinnvoll ist, muss jedes Unternehmen selbst beurteilen. Schulden bleiben dennoch Schulden, egal, ob sie mit geringen oder höheren Zinsen finanziert werden. Leider ist diese Erkenntnis bei Unternehmen wenig verbreitet. Bei Firmen wird das Geld für Investitionen, durch die Hausbank oder eben durch Unternehmensanleihen eingesammelt. Das heißt dann Fremdkapital und hat seinen festen Platz in jeder Bilanz.

Es ist nicht richtig, dass die Verschuldungsmanie weitergeht. Trotz fünf Jahren Finanzkrise hat ein Umdenken bei Mensch und Unternehmen bisher nicht eingesetzt.  Noch immer ist Verschuldung akzeptiert. Was Unternehmen vormachen, färbt natürlich auch auf Privatleute ab. Diese wollen auch nicht auf den Einkauf warten (müssen) und kaufen sofort. Verschuldung wird damit toleriert.

Das besondere an Verizon ist das grenzenlose Geld, das bei den Investoren scheinbar nur so herumliegt und auf eine Investitionsmöglichkeit wartet. Durch die amerikanische Notenbank FED ist sehr viel Geld in Umlauf gebracht worden und die Folgen sieht man jetzt deutlich.

Es ist schier unglaublich, dass ein Unternehmen ohne Mühen und auf einen Schlag fast 50 Milliarden Dollar einsammeln kann. Im Umkehrschluss bedeutet es nichts anders, als dass das Geld immer weiter an Wert verliert.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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