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Wer schon einmal sein Geld in den Sand gesetzt hat, weil er fest von einer Marktrichtung überzeugt war, der wird sich jetzt vielleicht an diese Zeit zurückerinnern. Auch jetzt sind sich sehr viele Trader sicher, dass der Markt fallen müsste und viele warten jeden Tag darauf. Der Trader verfolgt den Chart und hofft. Wehe, der Markt fällt jetzt nicht, dann hagelt es schmerzhafte Verluste.

Solche Phasen kommen im Traderalltag immer wieder vor. Es sind Momente, die man im Nachhinein als „hirnrissig“, sogar als „blöd“ bezeichnet. Man wundert sich, wie man den Fehler begehen konnte und zu lange an einer falschen Markterwartung festhalten konnte. So eine Zeit kommt immer wieder vor. Auch die jetzige kann solch eine werden, dann nämlich, wenn die Kurse einfach nicht in sich zusammenfallen wollen.

An solchen Tagen sitzt der gewöhnliche Trader von 09:00-22:00 vor dem Rechner und hofft, dass der Markt fallen möge. Jede kleine Bewegung in Richtung Süden wird dann als Bestätigung der eigenen Haltung interpretiert. Sogleich wird nachgesehen, wie viel dieser Rutsch in der offenen Shortposition eingebracht hat. Wehe aber, der DAX steigt, dann wird irritiert geschaut. Es wird schnell nachgesehen, ob es für diese „fehlerhafte“ Bewegung einen Grund gibt. In der Regel gibt es den nicht.

Der Tradingtag vergeht, ohne dass sich der DAX in Richtung Süden bewegt hat. Das macht er schon so viele Stunden nicht, das zerrt natürlich an den Nerven. Vor allem verwischt so eine Phase des „Nicht-Fallen-Wollens“ den klaren Blick für die Markteinschätzung des Traders. Man will gar nicht darüber nachdenken, dass der Markt auch steigen könnte. Man ist so sicher, dass man jetzt eine Supergelegenheit hat, den Markt für mehrere hundert Punkte fallen zu sehen. Diese Punkte (Gewinn) will jeder Trader mitnehmen. Diese Erwartungshaltung ist in der Natur eines Traders verankert, denn jeder will den großen Move mitnehmen.

Diese Haltung führt dann zu schweren Komplikationen. Um dieser großen Chance nicht beraubt zu werden und im Moment des Crashs mit dabei zu sein, versucht der Trader nun jederzeit Short zu sein. Sollte er mal ausgestoppt werden, dann glaubt er, dass das nur ein kurzer Fehler des Marktes war, und geht sofort erneut Short. Das wiederholt sich einige Male, da der Markt einfach nicht fallen will, und kostet immer wieder Geld.

Nun wird der Trader mürbe und will es dem Markt so richtig zeigen. Der Hebel der eigenen Position wird überproportional angehoben, um die Verluste der vorangegangenen Trades aufzuholen. Gleichzeitig ist man es leid, dauernd ausgestoppt zu werden. Der Trader vermeidet daraufhin, einen Stopp-Loss-Auftrag zu setzen. Damit sind dem Unheil Tür und Tor geöffnet.

Der Markt macht einfach nicht das, worauf so viele Trader seit Tagen warten. Zum Schrecken vieler Anleger steigt der Markt. Dieser Anstieg beschleunigt sich, weil zu viele Anleger falsch positioniert sind. Vor allem Leerverkäufer sind auf dem falschen Fuß erwischt worden und müssen nun dem steigenden Markt hinterherrennen. Der Markt steigt immer weiter und vor allem immer schneller.

So schnell, dass unser Trader gar nicht so schnell reagieren kann. Bevor sein Gehirn das Ausmaß des Schadens erfasst hat, sind die Verluste stark angewachsen. Jetzt lohnt sich der Verkauf auch nicht mehr, denkt sich der lädierte Trader und lässt das Verkaufen sein.

Wie das Schicksal es will, der Markt bekommt Fahrt und denkt gar nicht mehr daran zu fallen. Die Schmerzen werden stündlich größer. Jetzt brennt die Hütte. An Schlaf ist in solch einer Phase nicht mehr zu denken. Und plötzlich steht der Trader vor einem Trümmerhaufen. Die Margin ist aufgebraucht bzw. das Knockoutlevel ist erreicht. Die Position ist somit wertlos. Ein Totalverlust ist eingetreten.

Solche Momente sind traurig. Sie passieren dennoch. Sie beginnen in dem Moment, in dem sich der Trader in die Hand des Marktes begibt. Lassen Sie es nicht soweit kommen. Es kann am Markt immer anders kommen, als man selbst annimmt. Vermeiden Sie es, die Positionsgröße zu erhöhen und setzen Sie immer einen Stopp-Loss-Auftrag.

Lassen Sie einen zu großen Verlust nicht zu, von dem Sie sich nicht mehr erholen können.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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