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Im Moment ist Griechenland wieder einmal ein besonderes Thema. Lange hat die Politik die Lage im Südosten Europas als verbessert dargestellt. Besonders die CDU hat blühende Landschaften gesehen, wo keine sind. Nun sind wieder ein paar Monate vergangen und Griechenland hat erneut Schwierigkeiten. Dabei ist das Kernproblem, dass die Politik immer wieder täuscht, um das wahre Ausmaß der Krise zu verschleiern. Irgendwann verliert sie vollkommen ihre Glaubwürdigkeit, wenn es nicht schon passiert ist. 

Der Betrachter erinnert sich noch lebhaft an die Lobeshymnen, dass Griechenland sich auf dem Weg der Besserung befände und dass Portugal positive Signale aussende oder dass es Spanien nicht so schlimm ginge. Dennoch haben alle betroffenen Länder Hilfen gebraucht und brauchen sie noch. All das fördert nicht das Vertrauen. Wenn die Politik nicht den letzten Funken einer Bindung zwischen Wähler und Politiker trennen will, dann muss in der Politik ein Umdenken erfolgen. Gleich vorweg: die Hoffnung ist gering.

Es geht schon damit los, dass man einen Schuldenschnitt für Griechenland kategorisch ausschließt, wohl wissend, dass es nicht anders gehen wird. Was soll denn das, will man da als Bürger fragen. Griechenland wird seine Schuldenlast nicht stemmen können, also muss diese Last verringert werden. Da hilft kein Drumherumreden. Genau das „Nichtansprechen“ der Tatsachen hat die Menschen politikmüde gemacht. Nun sorgen sich die Parteien, dass die Wähler nicht mehr zur Wahl erscheinen werden.

Diese Protesthaltung der Wahlberechtigten ist durchaus verständlich. Warum soll ein Wähler seine Stimme abgeben, wenn diese Stimme nicht gehört wird? Man muss es deutlicher formulieren: Die Parteien wollen gar nicht zuhören, sondern nur die Stimmen einsammeln und dabei die finanzielle Zuwendung einstecken, die sie für jede Stimme erhalten. Daher ist die Politik an einer hohen Wahlbeteiligung besonders interessiert. Der Wähler ist damit nur Mittel zum Zweck.

Die Politik hat in den letzten Jahren das Vertrauen der Bürger missbraucht. Man denke nur an die "alternativlose" Rettung der Banken. Milliarden, die dem Wähler gehören, wurden der Finanzindustrie geschenkt. Gleichzeitig hat man auf europäischer Ebene Staaten „gerettet“ (ohne Legitimation), die immer noch im Schuldensumpf stecken. Von welcher Rettung die Politik also spricht, erschließt sich dem Bürger nicht.

Trotz aller, angeblich zum Wohle des Volkes, geleisteter Bemühungen der nationalen und europäischen Politik wendet sich rein gar nichts zum Besseren. Die eingegangenen Risiken werden deutlich größer, die benötigen Rettungsmilliarden werden immer mehr, die schnell eingerichteten Hilfsfonds immer voluminöser. Das alles passt nicht zu den gepriesenen Verbesserungen, die die Politik angeblich erkennen kann.

Die Politik ist dem Wahlvolk fremd und vertritt es auch nicht genügend. So wird sie von den Bürgern wahrgenommen. Da sie selbst nichts gegen diesen Umstand unternehmen will, werden sich Bürger und Politik nur weiter entfremden. Denn wer täuscht, der kann kein Vertrauen einfordern. Wer wiederholt die Unwahrheit sagt, dem glaubt keiner mehr.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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