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Das ist mal wieder eine Blamage für die USA. Erst gibt man sich als stolzer Held, der dem Bösewicht auf die Finger hauen will. Man gibt sich entschossen und kann das Wochenende nicht abwarten – und nun das. Die USA kneift. Präsident Obama hat es plötzlich doch nicht mehr eilig mit dem Schlag gegen Syrien. Der US-Kongress soll entscheiden, heißt es aus dem weißen Haus. Dieser eilige Rückzug hat seinen Grund.

Wenn es um Krieg und Frieden geht, dann ist die USA immer näher am Krieg als am Frieden. Das ist nicht neu. Das Land mit der starken Militärmacht will scheinbar jede Gelegenheit nutzen, um seine Waffen einzusetzen und seine Dominanz zu verdeutlichen. So auch jetzt im Falle Syriens, bei dem die USA auf einen Militärschlag drängt(e), jedoch ohne bisher den Schuldigen der Tat überführt zu haben.

Es ist mal wieder typisch USA, will man sagen. Große Worte und nichts dahinter. Wieder einmal ist man schnell dabei, gegen das Böse loszuziehen. Nur diesmal will niemand mitgehen, das ist ein Novum. Besonders die Haltung Englands fällt hier aus dem bekannten Muster. England gilt schon immer als Handlanger der USA. Amerika gibt die Richtung vor und Großbritanien folgt bedingungslos. Diesmal hat das britische Parlament sein Veto eingelegt.

Auffallend ist, dass das Thema Beweise wieder einmal sehr dürftig ist. Wenn die USA wirklich die Täterschaft der syrischen Regierung beweisen könnte, dann würden die anderen Staaten auch mitziehen. So aber bleibt alles bei Nebelkerzen. Die USA vermutet bisher nur, auch wenn sie sich anders gibt, nämlich wesentlich entschlossener. Tatsächlich hat sie aber nichts in der Hand.

Irgendwie scheint das auch dem Präsidenten, dem Friedensnobelpreisträger Obama, zu dämmern. Was will er in Syrien überhaupt erreichen? Darauf gibt es keine befriedigende Antwort. Bisher sieht es danach aus, dass die USA ihre Stärke beweisen wollen. Ein kleineres Land soll nun wieder herhalten, damit die große USA wieder als der Gewinner/Retter dastehen kann.

Womit die USA nicht gerechnet hat, ist der starke Verbündete Syriens, nämlich Russland. Die Russen haben bereits mit der Aufnahme von Edward Snowden den USA die Stirn geboten. Sie tun es im Konflikt mit Syrien erneut. Russland ist entschlossen, nicht nachzugeben. Damit hat es gewollt oder ungewollt wieder ein Gleichgewicht geschaffen, das den USA endlich Einhalt gebietet.

Obama hat nun Sorge, dass er mit ernsten Konsequenzen aus Russland rechnen muss, wenn er sich ohne jegliche Legitimation in eine kriegerische Handlung mit Syrien begibt. Also geht er den Weg des geringsten Widerstands. Im Namen der Demokratie will er den US-Kongress entscheiden lassen. Davon war die ganze letzte Woche nichts zu hören. Wenn dem amerikanischen Präsidenten demokratische Werte wichtig wären, dann hätte er sich von Anfang an dafür aussprechen müssen.

Nein, die USA haben Sorge, dass sie vielleicht zu weit gehen könnte. Dass diese Einsicht jetzt kommt, ist besser, als dass sie gar nicht kommt. Plötzlich ist der Kriegsdrang dahin und man versucht sich mit Ausflüchten zu rechtfertigen. Das ist eine glatte Niederlage für die USA, die sich hier blamiert. Kein Mensch glaubt den Beweisen, niemand den Worten des Präsidenten.

Nur einer ist hier als Sieger vom Platz gegangen, nämlich die Vernunft.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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