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An der Börse wird der Eindruck erweckt, dass der Puls der Zeit allgegenwärtig rast. Gezeigt werden Anleger, die dauernd unter Strom stehen. Diese treffen unter Stress wichtige Entscheidungen, bei denen es um viel Geld geht. Was hier in bester Hollywood-Manier dargestellt wird, ist im wirklichen Leben ganz und gar nicht so. Ein wichtiger Teil der Arbeit eines Traders besteht im Wesentlichen aus dem Warten auf die richtige Gelegenheit. Wer nicht warten kann, der wird in diesem Geschäft verlieren.

Selten ist der Unterschied zwischen Schein und Sein so deutlich, wie man ihn an der Börse vorgelebt bekommt. Nicht wild gestikulierende und schwitzende Marktteilnehmer, die andauernd Aufträge abgeben, entsprechen der Wahrheit, sondern das langweilige Sitzen und das stumpfsinnige Warten. Es gehört eben zum Handwerkszeug eines Traders, dass er sich Setups überlegt, die handelbar sein können. Er erarbeitet sich mögliche Werte, die eine gute Gelegenheit präsentieren. Manchmal ist diese Arbeit auch umsonst, dann zum Beispiel, wenn die dazu gehörigen Parameter sich deutlich verändern.

Woher kommt der große Unterschied zwischen der Darstellung des Tradings und der tristen Realität? Die gesehene Schnelligkeit ist die Folge der Menge an Aufträgen und der Anzahl der Marktteilnehmer, die diese Hektik generieren. Die Vielzahl an Orders in kurzer Zeit zeigt in ihrer Gesamtheit einen Markt an, in dem es in Sekundenschnelle zu Veränderungen kommt. Für den Einzelnen jedoch trifft diese Hektik nicht zu.

Wer an der Börse wirklich erfolgreiche Geschäfte machen will, der muss sich der Hektik entziehen. Wenn er zum Beispiel für einen Einstieg zu spät ist, dann muss er nicht mehr versuchen, auf den fahrenden Zug aufzuspringen. In der Hollywood-Darstellung würde der Trader mit angespannten Nerven und wild gestikulierend „Kaufen, Kaufen, Kaufen“ ins Telefon rufen. In Wirklichkeit ist er zu spät und der Kurs rennt ihm davon. Der Stress ist also gar nicht notwendig.

Die wichtigste Technik für den Trader ist die Geduld. Er muss auf den richtigen Moment warten können. Alles andere ruiniert ihm sein Chance-Risiko-Verhältnis. Wie im oberen Absatz erwähnt, besteht ja ein Setup. Eine Tradingidee soll umgesetzt werden. Damit das passieren kann, muss sich der zugrundeliegende Basiswert so in das besagte Setup einfügen, dass ein Handeln Sinn macht. Bis zu diesem Moment darf der Trader nicht voreilig in den Trade gehen.

Das Warten hat natürlich zwei Nachteile. Zum einen kann die ganze Mühe umsonst gewesen sein. Dann nämlich, wenn der Basiswert zu früh dreht und das Kauflevel nicht erreicht, welches man sich ausgedacht hatte. So etwas wurmt die meisten Trader. In Wirklichkeit können sie gar nichts dafür. Es sollte eben nicht ein. Es gibt andere Aktien oder Indizes, die der Trader ebenso analysieren kann und die auch Chancen bieten.

Das zweite Problem, mit dem der Trader kämpft, ist die Langweile. Das dauernde Warten auf eine Gelegenheit macht ihn mürbe. Er weiß in der Zeit nichts mit sich anzufangen. Gleichzeitig ist das Konto mit Bargeld gefüllt und scheinbar warten die Chancen an allen Ecken und locken den Trader. Diesen Verführungen des Marktes kann der Trader allzu oft nicht widerstehen und springt daher voreilig in den einen und dann in den anderen Wert. Oder, wenn er den DAX handelt, dann versucht er andauernd Long und Short zu gehen und keiner seiner Trades will gelingen.

Besser ist es zu warten. Wer das nicht kann, muss es sich aneignen. Warten auf die richtige Gelegenheit ist elementar an der Börse. Oder haben Sie schon einmal einen Löwen gesehen, der den ganzen Tag durch die Savanne rennt und hofft, dass ihm eine Gazelle in den Weg läuft? Nein, der Löwe wartet und passt den richtigen Moment ab, dann packt er zu.

In diesem Sinne. Lassen Sie es ruhig angehen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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