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Das ist gemein! So könnte heute Morgen die Reaktion der Marktteilnehmer, welche auf fallende Kurse gesetzt hatten, ausgefallen sein. Mit Wucht schießt der DAX nach oben, obwohl die Vorbörse mit roten Vorzeichen begonnen hatte, und obwohl gestern Abend die US-Indizes ihre Gewinne komplett abgeben mussten. Daraufhin hatten die Anleger heute mit fallenden Kursen gerechnet. Manche Anleger sprachen gar von einem möglichen schwarzen Donnerstag. Die tatsächliche Reaktion der Märkte überrascht.

Mit Spannung hat man auf das FED-Protokoll gewartet. Die Anleger wollten endlich Klarheit über die Zukunft des unlimitierten Geldflusses erhalten, doch weit gefehlt. Die FED hat wieder einmal viel geredet und wenig gesagt. Für die Investoren lässt sich das Ergebnis folgendermaßen zusammenfassen: Man weiß, dass man nichts weiß.

So ist auch die Unsicherheit im Markt zu spüren. Die amerikanischen Indizes zappelten nach der Veröffentlichung erst kurz runter, dann wieder hoch, um dann deutlicher zu fallen. Bei soviel Durcheinander ist von Anlage kaum mehr zu sprechen. Es ist eher eine Zockerei, bei der niemand auf dem falschen Fuß erwischt werden will. Sogar die Handelscomputer, denen man die Macht an den Börsen zuspricht, wussten nicht, ob sie auf steigende oder fallende Kurse setzen sollten.

Während sich heute Morgen die Medien an der Spekulation beteiligen, was die FED nun gemeint haben könnte und wann das sogenannte „Tapering“ denn beginnen wird, ist das wirkliche Problem ein ganz anderes. Der Anleger ist selbst schuld, wenn er sich auf solche Spekulationen einlässt. Anstatt sich auf die Auswahl seiner Aktien zu konzentrieren und gute Aktien von schlechten zu unterscheiden oder sich langfristig Gedanken über die Unternehmensentwicklung zu machen, wird geraten, was die FED in ihrer Sitzung gemeint haben könnte.

In einem früheren Artikel sprachen wir das Thema unter dem Übergriff "Kindergarten" bereits an. Erwachsene Leute (die Anleger) lassen sich an der Nase herumführen. Es ist gar peinlich, dass sich angebliche Investoren hier einem heiteren Rätselraten bezüglich der Geldpolitik der FED hingeben. Die amerikanische Notenbank will die Marktteilnehmer hinhalten und diese lassen das auch noch mit sich machen.

Die Marktteilnehmer haben nun eine Nacht über die Worte der FED geschlafen und scheinen nun Positives aus dem Protokoll herauszulesen. Solange nicht das Gegenteil ausgesprochen wird, geht man also vom Status quo aus: Es bleibt alles beim Alten. Demnach starten die Märkte wieder die Motoren und steigen.

Die Indizes befinden sich in einem Umfeld, in dem sie den Unsinn der aktuellen Lage trefflich abbilden. Eigentlich verlangsamt sich die Wirtschaftsleistung vieler Länder. Gleichzeitig kämpfen immer mehr Unternehmen mit Problemen bei Absatz und Gewinn. Dennoch glauben die Anleger, dass sie, solange sie die Unterstützung der FED haben, kein Risiko eingehen werden.

Wer unter diesen Umständen glaubt, die Einsätze an den Börsen seien sicher, der irrt sich. Wer glaubt, mit dem Strom schwimmen zu müssen, muss wissen, worauf er sich einlässt. Die heutige Wendung der Indizes wird nicht die letze Überraschung sein, die die Märkte für die Anleger bereithalten.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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