Indikatoren-Trading

Ein durchschnittlicher Trader sitzt den ganzen Tag vor dem Rechner und versucht, die Kursbewegungen des Marktes in bares Geld zu verwandeln. Und obwohl dem Trader eine Rolle als Statist zugedacht ist, versucht er sich immer wieder als Regisseur. Er will dem Markt die Richtung diktieren. Nur ist der Markt eine launige Diva, die sich nicht zähmen lässt. Noch ehe sich es der Trader versieht, wird aus einem Thriller eine Horrorshow.

Das oberste Gebot an der Börse ist, dass der Markt immer recht hat. Das lässt sich leicht sagen und noch viel öfter lesen. Nur beherzigen diese Wahrheit nur die wenigsten. Die meisten gehen den Handel an der Börse nicht mit der entsprechenden Demut an. Der Trader hat am Finanzmarkt nichts zu melden und ist nur ein kleines Licht. Er kann mitschwimmen und von den Bewegungen der anderen profitieren, er kann aber keine Bewegung in Gang setzen. Das ist so!

Diese Rollenverteilung wird bald über den Haufen geworfen, dann nämlich, wenn der Trader in eine Spirale von Verlusten gerät. Zunächst glaubt er noch an Unvermögen. Er glaubt, er habe einen Flüchtigkeitsfehler gemacht, den es einfach zu korrigieren gilt. Doch dann werden aus kleinen Verlusten große. Schnell hat der Trader den Schuldigen identifiziert: Es ist der Markt, der sich seinem Erfolg in den Weg stellt. Wut macht sich breit.

Natürlich kann der Markt nichts dafür, dass es zu plötzlichen Richtungsänderungen kommt. Die Masse der Marktteilnehmer ist es, die die Richtung an der Börse bestimmt. Sicher, manchmal sind auch Bewegungen dabei, die nicht zu fassen sind. Die gab es jedoch schon immer, seitdem es die Börse gibt. Wer sich diesem Spiel nicht hingeben will, der ist an der Börse vielleicht fehl am Platz.

Unser Trader glaubt nicht mehr an seine Rolle als Statist. Er will nun dem Markt seine Dominanz aufzwingen. Er geht eine Position ein und will damit den Kursen eine Richtung vorgeben. Er erhöht seine Positionsgröße und will dem Markt dadurch seine Dominanz, seine Macht, beweisen. Der Trader glaubt, dass er nur ein entsprechend schweres Gegengewicht platzieren muss, um mit der herrschenden Marktmeinung zu konkurrieren.

Je fester unser Trader an seine gefühlte Macht glaubt, umso deutlicher seine hoffnungslose Situation. Er schimpft, er wütet, er kneift die Augen zu. Er will böse wirken und dem Markt damit seine Aggression beweisen. In Wirklichkeit wirkt dieses Vorgehen nur beim Trader selbst. Der Markt interessiert sich nicht für ihn.

Gefangen im Kreislauf von Ärger, Wut und Verlust folgt eine Niederlage nach der nächsten. Was als eine Gemeinschaft von Trader und Börse begann und der Absicht diente, erfolgreich zu handeln, ist zu einer Plattform geworden, wo der eine den anderen auffrisst, ohne Rücksicht auf Gefühle und Verluste.

Für viele Trader beginnt ein Ausflug an die Börse mit viel Hoffnung. Man will etwas bewegen, man will was sein. Es endet oftmals mit einer Niederlage, denn wer seine Rolle nicht kennt, der kann diese auch nicht erfolgreich ausüben. Und wer nicht gut ist, der fliegt vom Set.

Wir wünschen allen Tradern viel Erfolg.

 

Ihr

start-trading Team

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