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Der DAX gab gestern deutlich nach. In den Medien wird eifrig nach einem Grund gesucht, um die Schwäche zu erklären. Ganz einfach ausgedrückt könnte man das Verhalten der Marktteilnehmer folgendermaßen auf den Punkt bringen: Der Drops ist gelutscht, die Birne ist geschält, die Luft ist raus. Warum kompliziert ausdrücken, wenn es auch einfach geht?

Derzeit gibt es zwei Gruppen am Markt. Zum einen diejenigen, die ihre Buchgewinne realisieren wollen, indem sie ihre Anteile verkaufen. Die andere Gruppe ist diejenige, die noch hofft, dass der Markt steigen möge. Sie geben nicht auf, an das Gute im Markt zu glauben. Sie kaufen gar nach, wenn der Markt fällt. Sie wollen die günstigen Chancen nutzen, die ihnen die Börse angeblich bietet. Dabei orientieren sich diese Markteilnehmer an der Vergangenheit. Ihre Argumentation: Früher waren Schwächephasen doch auch gute Gelegenheiten, um einzusteigen.

Nur wird ausgeblendet, dass sich die Anlegerstruktur an der Börse jeden Tag verändert. Jeden Tag kommen neue Markteilnehmer dazu und viele verabschieden sich wieder. Unser Anleger hat also nie mit den gleichen Investoren zu tun. Vor einem halben Jahr noch hat der deutsche Index DAX weniger als heute notiert. Vor einem ganzen Jahr sogar noch deutlich tiefer. Damit soll ausgedrückt werden, dass die Investoren damals noch nicht genug Gewinne hatten. Damals hat man im Markt noch Potential gesehen und an seinen Anteilen festgehalten.

Das ist heute nicht mehr der Fall. Heute ist der Markt übermüdet und die Anleger sind geschlaucht. Neue Käufer wollen sich nicht mehr in den Markt locken lassen. Aus diesem Grund kommt der DAX seit drei Monaten auch nicht vom Fleck. Alles steht und wartet, wer zuerst die Verkaufslawine lostreten wird. Keiner will der erste sein, der verkauft. Gleichzeitig will auch keiner auf dem falschen Fuß erwischt werden und während des Abverkaufs seine Anteile verkaufen müssen.

Für den Moment blicken die Anleger überrascht auf die Kurstafel, sobald die Kurse fallen. So auch gestern. Sie selbst verkaufen noch nicht, wissen aber auch nicht, wer hier gerade seine Anteile veräußert. Jeder Stein, der ins Rollen kommt, ist zu Beginn unscheinbar. Erst zu einem späteren Zeitpunkt erkennt der Anleger, dass er hätte viel früher die Reißleine hätte ziehen sollen.

Für den Moment lastet eine Lethargie über dem Gesamtmarkt. Die Unlust der Investoren ist zum Greifen. Es bleibt spannend, wann sich diese Unlust in Verkäufen äußern wird.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

 

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