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Heute meldet die Statistikbehörde Eurostat, dass die Konjunktur in den Eurostaaten im zweiten Quartal um 0,3% gewachsen ist. Besonders die Reaktion der Medien ist hierbei aufrüttelnd, denn schnell wird von einem Ende der Krise geredet und Optimismus versprüht. Anders kann man die Berichterstattung nicht ausdrücken. Hat das vielleicht mit der kommenden Bundestagswahl zu tun? Oder will man den Bürgern einfach nur die Krisengedanken wegreden?

Der Mensch ist beeinflussbar. Das weiß man nicht erst, seitdem man sich mit Werbung und ihrer Wirkung beschäftigt. Nicht umsonst geben Unternehmen Milliarden aus, um die Konsumenten zum Kauf ihrer Produkte zu animieren. Was beim Verkauf der Produkte klappt, funktioniert natürlich auch bei der Meinungsbildung. Wenn über bestimmte Nachrichten berichtet wird, dann einseitig. Das führt dann bei dem Betrachter zu einer Meinungsbildung, die nicht mehr objektiv ist.

So ist auch die positive Formulierung, Italien hätte seine Wachstumsschrumpfung gebremst, nur im Schein positiv. Italien hat seit vielen Quartalen ein dauerhaftes Minus zu verkraften. Wenn die Werte immer weiter nach unten zeigen, dann ist es natürlich normal, dass es auch mal eine Zacke gibt, die nicht in eine noch tiefere Region verweist. Unter diesen Aspekten betrachtet ist also die Konjunktur in Italien keineswegs aus dem Gröbsten heraus.

Das gleiche gilt auch für Portugal. Man lobt das Land für sein Wachstum im zweiten Quartal. Auch hier ist die Ausgangsbasis sehr niedrig. Wer seit 60 Sekunden nicht mehr geatmet hat, der wird irgendwann deutlich Luft holen müssen. So auch in Portugal. Deshalb von einer Wende des Krisenmodus zu sprechen ist deutlich verfrüht.

Hinzu kommt, dass das BIP die Waren und Dienstleistungen eines Landes innerhalb einer Periode ausdrückt. Das bedeutet, es wird der Wert der hergestellten Güter und Dienstleistungen durch seinen Preis bemessen. Wird also ein Produkt teurer, dann sieht das im BIP erst mal positiv aus. Der BIP-Wert wird größer und signalisiert ein angebliches Wachstum.

Erst vor wenigen Tagen wurden enorme Teuerungen für Lebensmittel festgestellt, obwohl die offizielle Inflationsrate nicht so deutlich angestiegen ist. Damit schließt sich der Kreis zu der Politik der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie druckt immer weiter Geld und lässt somit die Preise hochschnellen. Das führt zu einem Scheinwachstum (gleich dem Scheinanstieg an den Aktienmärkten).

Viel wichtiger als statistische Zahlen ist ein Blick in die Realität. Nur weil die Wirtschaft in Deutschland gewachsen ist, profitiert die Mehrheit noch lange nicht von dem Anstieg. Nur weil die BIP-Zahlen eine angebliche Besserung der Lage in Südeuropa andeuten, so grassiert trotzdem Armut und Arbeitslosigkeit.

Es gilt, die Euphorie in den Medien in einem neutralen Licht zu betrachten.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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