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Griechenland ist pleite. Das weiß man nicht seit gestern, doch das Land macht erneut von sich reden. Es hat seine Sparziele wieder einmal nicht erreichen können und wird deshalb frisches Geld brauchen. Gleichzeitig steht auch ein neuer Schuldenschnitt an, der die Last der Verbindlichkeiten senken soll. Vor nicht allzu langer Zeit hätten diese trüben Aussichten zu einem Ausverkauf an den Aktienmärkten geführt. Heute interessiert sich kaum jemand dafür. Wieso eigentlich?

Man mag es kaum glauben, dass man die Menschen so einfach an Dinge gewöhnen kann. Es kommt wohl nicht von ungefähr, dass man den Menschen auch als Gewohnheitstier bezeichnet. Man muss ihm nur Zeit geben, eine veränderte Situation zu verdauen. In einem Sprichwort formuliert man es anders: Einem Dummen muss man die Unwahrheit nur oft genug wiederholen, dann wird er es für wahr halten. Vieles, was zu Beginn eine Entrüstung zur Folge hatte, wird heute mit einem müden Lächeln quittiert.

Kein Mensch macht sich noch Gedanken, wenn irgendwo in Europa eine Bank gerettet werden muss. Das war am Anfang der Krise ganz anders, erinnern Sie sich noch? Ein ähnliches Bild im Falle des NSA-Skandals. Die Menschen werden von den US-Geheimbehörden ausgeschnüffelt und was macht die Regierung? Sie wiederholt immer und immer wieder ihre unwahre Stellungsnahme. Die Daten der Bürger seien sicher und was passiere, geschehe nach gegebenem Recht.

Das sind nur zwei Beispiele für eine Sache, die in allen Lebenslagen Anwendung findet. Ob nun die Renten als sicher bezeichnet, die Bankeinlagen als geschützt gepreist oder die Inflationsrate als gering bestätigt, alles läuft auf das gleiche Muster heraus. Eben wie man Menschen beeinflussen kann, bzw. wie Menschen Informationen verarbeiten.

Wir alle wissen, dass die Eurokrise so wie bisher nicht gelöst werden kann. Wir wissen auch, dass das dicke Ende noch kommen wird. Und dennoch, die Zustimmung für Bundeskanzlerin Merkel ist auf hohem Niveau. Sie hat die besten Chancen, die Bundestagswahlen erneut zu gewinnen. Solange man den Bürgern etwas von einer Verbesserung der Krisenlage berichtet, gewöhnen sich die Leute daran und glauben es letztendlich. Kann Beeinflussung so einfach sein?

Geht man einen Schritt zurück, muss man fragen, ob der Mensch schon immer so war oder erst durch Bildung, Medien und Politik so geworden ist.

Es lässt sich schwer einordnen, wieso sich der Mensch nicht mehr für seine Belange einsetzt. Derzeit interessiert nur das Ansteigen der Aktienmärkte. Man erzählt ihm, dass die Börse hervorragende Aussichten böte. Dass man nur kaufen müsse, und vor allem, dass es der Wirtschaft gut gehe. Man brauche nur auf den DAX-Stand schauen, der würde vor Kraft strotzen. Was hier offensichtlich vorgegaukelt wird, findet bei vielen tatsächlich Gehör.

Heute interessiert sich der durchschnittliche Bürger nicht für die Geschehnisse in Griechenland. Nur wie lange noch? Wann wird es erneut weh tun und der Mensch wird aus seinem Gewohnheitsschlaf aufwachen?

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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