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Die Luft am Aktienmarkt wird immer dünner. So langsam bleibt den Aktionären nur noch die Wahl zwischen Not und Elend. Zum einen macht die Entwicklung der Aktienunternehmen Sorgen, wie man in letzter Zeit sehr deutlich verfolgen kann. Zum anderen wird den Anlegern wohl bald die Liquiditätsversorgung gekappt werden. Beides wird zu Kursverlusten führen.

Gestern ist der DAX schnell mal um 100 Punkte gefallen. Für die Anleger, so heißt es nachträglich, kam der Fall unerwartet. Sie sollen mit steigenden Kursen gerechnet haben. Befindet sich der Anleger im Hoffnungsmodus, ist es fast immer so, dass Anleger auf steigende Notierungen warten und diese dann nicht kommen. Ganz im Gegenteil, der Markt fällt Schritt für Schritt. Je deutlicher die Hoffnung, umso stärker der Kursverfall.

Die grundlegende Frage lautet: Warum sollten Aktienkurse noch steigen? Es gibt nur einen Grund, der für einen ansteigenden Markt spricht, nämlich die Liquiditätszufuhr der Zentralbanken. Es sprechen jedoch eine Unmenge an Gründen gegen einen weiteren Anstieg. Der wichtigste ist, dass die Unternehmensergebnisse schwächeln. Reihenweise kämpfen DAX-Unternehmen mit Schwierigkeiten. Ganz besonders hat es die letzten Tage K+S erwischt. Aber auch Lanxess, Commerzbank, ThyssenKrupp und andere kämpfen mit Problemen. Die Aussichten sind trüb.

Erst kürzlich hieß es in unserem Artikel "DAX-Unternehmen: Schwache Zahlen nehmen zu":

Diese Situationsanalyse soll zeigen, dass trotz steigendem DAX die Lage bei vielen Unternehmen nicht rosig ist. Das gilt es nicht aus den Augen zu verlieren. Jedes Aktieninvestment basiert mittel- bis langfristig auf der Entwicklung des Unternehmens. Wer das bei zu viel Euphorie übersieht, der kann böse überrascht werden.

Es gibt derzeit nichts, das einen erneuten Anstieg am Aktienmarkt rechtfertigen könnte. Das bringt all die Anleger auf den Plan, die die Zeichen des Marktes erkennen und ihre Anteile loswerden wollen. Wenn alle gleichzeitig zum Ausgang rennen wollen, dann kann das den Aktienmarkt schnell schwer in Schieflage bringen. Ein Crash würde die Folge sein. Jeder, der sich dieses Risiko nicht eingestehen will, braucht nur nachsehen, wie ein Unternehmen wie K+S innerhalb weniger Tage 40% an Wert verloren hat.

Der Aktienmarkt ist ohne Gnade. Das war er zu jeder Zeit. Deshalb gilt es, sich rechtzeitig vom Markt lösen zu können. Leider fällt den meisten Marktteilnehmern solch ein Schritt besonders schwer. Zu sehr hat man sich in der Vergangenheit an steigende Kurse gewöhnt. Man muss gar sagen, die Anleger sind verwöhnt worden. Jeder Investor hofft nun, dass es bald weiter bergauf gehe und redet sich seine Lage schön, indem er berichtet, dass es in der Vergangenheit auch schon Krisen gegeben hat. Nur ist es eben so: Alles im Leben ist endlich, auch ein Anstieg am Aktienmarkt.

Die Börsenkurse sind nun eingekesselt. Die Aktienunternehmen haben mit Problemen zu kämpfen. Es brechen immer weitere Absatzmärkte ein. Südeuropa ist in einer Rezession mit Rekordarbeitslosigkeit. Die BRIC Staaten schwächeln, China muss mit einem Rückgang seiner Wachstumsraten kämpfen. Gewinnwarnungen machen seit geraumer Zeit die Runde. Diese zu ignorieren wäre ein schwerer Fehler.

Und als wäre das nicht alles genug, knickt wohl bald auch der letzte Strohhalm der Käufer ein, nämlich die Liquiditätszufuhr der Zentralbanken. Diese versuchen, den Geldzufluss einzustellen, nur wissen sie bisher noch nicht wie. Dennoch, der Wunsch, Geld aus dem Markt zu nehmen, ist da. Auch das spricht für fallende Notierungen.

Wer jetzt unbedingt investiert sein will, der muss wissen, welches Risiko er eingeht.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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