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Es gibt Naturgesetzmäßigkeiten, die sind so. Auf Regen folgt Sonnenschein, auf Ebbe die Flut, auf den Tag folgt die Nacht. Die Menschen akzeptieren die Natürlichkeit eines solchen Zusammenspiels. Ganz anders ist jedoch die Reaktion, wenn auf eine wirtschaftliche Phase des Aufschwungs eine Phase des Abschwungs folgen soll. Dann ist der Mensch bemüht, sich gegen die Natur der Dinge zu stellen. Zu unrecht.

Jeder weiß, dass man einen Ballon nicht ewig aufblasen kann. Man muss gelegentlich auch mal die Luft aus dem Ballon lassen, damit man wieder neue Luft in ihn hineinpusten kann. Das klingt ganz logisch. Wieso also ist das im Falle von Wirtschaften anders? Warum kann (man muss richtigerweise "darf" sagen) auf einen Aufschwung kein Abschwung folgen?

In der Schule wird die Theorie gelehrt, dass es verschiedene Phasen innerhalb des Konjunkturzyklus gibt. In der Aufschwungphase werden die Kapazitäten erhöht und die Produktion hochgefahren. Es wird viel verkauft und hoffentlich viel verdient. Diese Phase nennt man auch Aufschwungphase oder Expansion. Diese Phase der Stärke wird irgendwann von der Abschwungphase abgelöst. Das liegt in der Natur der Sache.

Denn währen der Aufschwungphase kommt es unweigerlich zu Überkapazitäten, Kostenexplosionen und anderen Schwierigkeiten, mit denen Unternehmen konfrontiert werden. Irgendwann rechnet sich die getätigte Investition, der Maschinenpark, die Fertigungsstelle, ja sogar die Angestellten nicht mehr. Das ist der Moment, an dem das Hoch eines Konjunkturzyklus erreicht wird. Ab da dreht die Kurve und der Zyklus mündet in eine Phase des Abschwungs.

Jedes Unternehmen, das nun diese oben genanten Probleme nicht auffangen kann, kommt ins Strudeln. Das ist insofern in Ordnung, da diejenigen, die mit dem Aufbau der Kapazitäten übertrieben haben und sich zu Fehlinvestitionen verleiten lassen haben, dass diese Unternehmungen für ihre Fehler Konsequenzen erleiden müssen. In der Regel sind das Verluste von Marktanteilen durch Wettbewerbsverlust oder in der stärkeren Ausprägung die Insolvenz und damit das Ende des Unternehmens.

Das ist gar nicht als schlimm zu sehen. Betrachten Sie die Geschehnisse aus der Brille der Naturgesetzmäßigkeiten. Auf eine Sache folgt die andere. Auf Berg folgt Tal, wo es bergauf geht, geht es wieder bergab. Die Lehre bezeichnet diese Zeit auch als „Phase der Marktbereinigung". Diejenigen Unternehmen, die gut gewirtschaftet haben, werden für ihr vorausschauendes Handeln belohnt. Sie gewinnen Marktanteile, weil andere von der Bildfläche verschwinden.

Und nun kommen die Politik sowie die Zentralbanken und wollen diese Naturgesetzmäßigkeit nicht zulassen. Sie wollen, dass man einen Luftballon immer weiter aufpustet. Dass das nicht gehen kann, ist offensichtlich. Die Politik stellt den Aufschwung als etwas Gutes hin und den Abschwung als etwas Negatives, das man (angeblich) unbedingt verhindert muss. Das stimmt jedoch nicht. Der Abschwung gehört genauso zu einem Konjunkturzyklus wie der Aufschwung. Alte unrentable Unternehmen müssen schließen bzw. den Platz freimachen für neue Firmen mit neuen Ideen. Denn anders, als die Politik uns weißmachen will, ist eine Rezession (als Folge es Hochs/Boom) zwar schmerzlich, jedoch gleichzeitig auch der Beginn einer neuen Aufschwungphase.

Der Mensch sollte sich der Naturgesetzmäßigkeit stellen, dass zu Hochs auch Tiefs gehören. Das Tief zu bekämpfen ist nicht zweckmäßig, da sich Abschwungphasen nicht aufhalten lassen. Sie lassen sich nur in ihrem Erscheinen verzögern. Eine offenere Kommunikation, vor allem eine wertneutrale, von Seiten der Politik und den Medien zu diesem Thema wäre sehr zu begrüßen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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