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In gar nicht so langer Zeit werden die Menschen auf den Aktienmarkt zurückblicken und sich fragen, warum Anleger unter diesen Umständen überhaupt in Aktien investiert haben. Man wird den Kopf schütteln und sich fragen, warum die Anleger wie wild gekauft haben, ohne die Risiken zu berücksichtigen. Solch eine Reaktion erfolgt regelmäßig, nachdem eine Blase am Aktienmarkt platzt und die Investoren auf Verlusten sitzenbleiben. Der nächste Crash kommt bestimmt.

Die meisten Marktteilnehmer kennen einen Crash nicht. Diejenigen Anleger, die schon mal unter die Räder gekommen sind, trauen sich nicht mehr an die Börse. Alle anderen sind Neulinge, die zwar von Crash gelesen haben, aber die Gefahr nicht für voll nehmen. Solch eine Mixtur von Charakteren dominiert wieder am Aktienmarkt. Sie hofft auf eine nie versiegende Geldquelle und ignoriert vehement den Fakt, dass es nichts umsonst gibt. Auch nicht am Finanzmarkt.

Die Gefahr an der Börse für einen Crash nimmt immer größere Dimensionen an. Allein schon der Fakt, dass sich die Anleger durch die Kommentare der Zentralbanken leiten lassen, Aktien zu kaufen, ist schon eine Unsitte. Sie zeigt, wie wenig die Anleger ihren eigenen Verstand benutzen (wollen). Sobald die Notenbänker nur bekanntgeben, dass sie die geringen Leitzinsen beibehalten werden, steigen die Kurse. Schon, wenn sie den Mund aufmachen, drücken die Anleger auf den Kaufen-Knopf. Das Ganze hat ganz und gar nichts mehr mit einer Investition zu tun. Diese sorglose Denke wird sich rächen.

Es gibt soviel mehr Nachrichten, die eine Illusion am Aktienmarkt bestätigen. Das kann zum Beispiel die stetige Abschwächung der chinesischen Wirtschaft sein. Nur mit Mühe versucht die chinesische Zentralregierung, den drohenden Abschwung zu kaschieren. Blickt man hinter die Fasse, dann sieht man, dass nicht alles glänzt, was im Land der aufgehenden Sonne strahlt. Es geht sogar soweit, dass jeder Investor eigentlich weiß, dass das Wachstum in China nur durch Verschuldung entstanden ist und somit keine Basis hat. Der Investor will sich aber nicht eingestehen, dass die schöne heile Welt, in der er sein Depot sieht, ins Wanken geraten könnte. Er verschließt lieber die Augen vor den Gefahren, die sich von Asien her ausbreiten.

Vor nicht allzu langer Zeit hat man sehr viel über die BRIC Staaten gelesen. Das sind die aufstrebenden Märkte in Brasilien, Russland, Indien und China. Ist Ihnen aufgefallen, dass heute kaum jemand noch von diesen Lichtblicken erzählt? Kaum noch eine Werbung, kaum noch ein Hochglanzprospekt verweist auf die Chancen in den genannten Ländern. Warum wohl? Eben, weil es in den Ländern keine Hoffnung mehr auf Rendite gibt. Diese Länder stecken alle bis zum Hals in Problemen, wo sie nicht wissen, wie sie sich aus denen herausmanövrieren können.

Jetzt muss man kein Genie sein, um zu kombinieren, dass schwächelnde Märkte auch schwächelnde Umsätze zur Folge haben. In der Regel gehen geringere Umsätze mit geringeren Gewinnen einher. Aktienkurse passen sich einer schwächeren Gewinnentwicklung an, indem sie sinken. Manchmal, wenn die Erkenntnis plötzlich kommt, dann kann die Anpassung auch schmerzhaft sein. In diesem Fall reden wir von einem Absturz der Kurse. Die Ernüchterung am Markt wird zeigen, dass sich die Anleger aufs Glatteis führen ließen (natürlich sind sie selbst schuld). Die Bereinigung der Überbewertung, das Platzen der Blase, wird durch einen Crash am Aktienmarkt erfolgen.

Nun will ein Anleger natürlich wissen, wann (am besten Datum und Uhrzeit) ein Crash erfolgen wird. Schon allein diese Denke zeigt, dass man nicht auf die Gefahren am Aktienmarkt achtet, sondern noch immer nach der Rendite giert. Diese Anleger wollen buchstäblich den schmerzhaften Verlust erleiden. Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Crash plötzlich passiert und die Marktteilnehmer überrascht.

Die Kunst der nachhaltigen Aktienanlage ist, sich rechtzeitig aus dem Markt zurückzuziehen bzw. durch Stopps eng abzusichern. Es ist wichtig, die Zeichen der Zeit zu erkennen und vor allem, richtig zu deuten. Dazu gehört die Diskrepanz zu bemerken, wenn Aktienkurse sich zu sehr von ihrer eigentlichen Funktion entfernen. Denken Sie nur mal nach, wie Aktien funktionieren (sollten) und warum Aktienkurse in ihrer Funktion steigen. Und dann denken Sie bitte mal an die aktuelle Zeit, wie sie heute steigen (weil Notenbänker den Mund aufmachen). Sie werden schnell erkennen, wie leer der aktuelle Anstieg ist.

Daraus folgt eine einfache Schlussfolgerung: Der Crash ist nicht mehr weit.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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