Indikatoren-Trading

Bei der Betrachtung der Lage einiger DAX-Unternehmen, wie K+S, Lanxess, EON, RWE, Siemens, Commerzbank und Deutsche Bank, zeigt sich eine schwächere Unternehmensentwicklung. Schlechte Nachrichten prasseln in immer kürzen Abständen auf die Anleger ein, die die negativen Aussichten (noch) nicht sehen wollen. Es folgt eine Situationsanalyse.

Erst gestern hat der DAX-Wert K+S 24% Kursverlust einstecken müssen. Der Aktienkurs ist schon lange ein Schatten seiner selbst und das Unternehmen kämpft mit fallenden Preisen. Im Extremfall kann es sogar soweit kommen, dass das Unternehmen seine Produkte zu Marktpreisen verkaufen muss, die unter den Produktionskosten liegen. Die Aktionäre flüchten bereits in Scharen. Die wichtigste Nachricht ist jedoch: Die Verkaufsbereitschaft am Markt ist enorm. Kein Börsenanleger sollte diese Tatsache ignorieren. Wenn der Verkaufsknopf gedrückt wird, dann hilft erst mal gar nichts.

Wer den Aktienkursverlauf des DAX-Wertes Lanxess verfolgt, kann sich vielleicht ausmalen, was den Gesamtmarkt erwartet. Allein in vier Monaten ist der Wert von 70 Euro auf 45 Euro abgestürzt. Die Geschäfte laufen nicht gut. Das Unternehmen sagt, das Marktumfeld bleibt schwach und volatil. Eine Vorhersage sei schwierig. Besonders der Einbruch der Nachfrage aus der Reifen- und Automobilindustrie setzt dem Unternehmen zu.

Das bringt uns schnell zu BMW, Daimler und VW. Diese halten derzeit den DAX noch auf den Beinen. Die Aktienkurse der Automobilaktien befinden sich an ihren Hochs, obwohl die Unternehmenszahlen eine deutliche Abkühlung des Automobilmarktes anzeigen. Egal, welche Statistik sie zur Hand nehmen, die Verkäufe stagnieren oder lassen bereits nach. Die Branche kämpft zudem mit Überkapazitäten.

Wer schlau ist, erkennt einen Zusammenhang zwischen der Schwäche von Lanxess und der Schwäche in der Automobilindustrie. Heute hat VW seine Halbjahreszahlen veröffentlicht und muss einen Gewinnrückgang von 46% hinnehmen. Das Unternehmen spricht von einem "schwierigen Marktumfeld". Sie merken schon, die Worte „schwieriges Marktumfeld“ hatten wir schon öfter in diesem Artikel.

Die Energieunternehmen EON und RWE sind schon lange nicht mehr das, was sie waren. Die voreilige Energiewende der Bundesregierung hat den Energieriesen deutlich geschadet und die Entwicklung des Aktienkurses ist zum Weglaufen. Schwäche, soweit das Auge sehen kann.

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr musste das deutsche Vorzeigeunternehmen Siemens eine Gewinnwarnung aussprechen. Nachdem im Frühjahr das Gewinnziel für das Jahr 2013 gekappt wurde, musste das Unternehmen vor wenigen Tagen eingestehen, dass auch das Gewinnziel für 2014 nicht erreicht werden kann. Konjunkturelle und hausgemachte Probleme lassen die Aussichten trüb aussehen. Daraufhin musste der Vorstandsvorsitzende Löscher seinen Hut nehmen.

Über den Bankenwerten Commerzbank und auch Deutsche Bank schwingt das Damoklesschwert. Mit jedem Tag können (und werden) neue Risiken zutage kommen, die die schwache Eigenkapitalbasis der Unternehmen sofort aufzehren können. Erst kürzlich musste die Commerzbank Abschreibungen auf einen Kredit vornehmen, den sie an die Stadt Detroit vergeben hatte. Die Deutsche Bank kann zwar noch gute Gewinne (bei hervorragendem Marktumfeld für Banken) erwirtschaften, muss jedoch immer mehr Geld für Prozesskosten zurücklegen. Das Unternehmen wird schon wissen, warum.

Diese Situationsanalyse soll zeigen, dass trotz steigendem DAX die Lage bei vielen Unternehmen nicht rosig ist. Das gilt es nicht aus den Augen zu verlieren. Jedes Aktieninvestment basiert mittel- bis langfristig auf der Entwicklung des Unternehmens. Wer das bei zu viel Euphorie übersieht, der kann böse überrascht werden, wie man an dem riesigen gestrigen Tagesverlust von K+S sehen konnte.

Natürlich gibt es noch die guten und erfolgreichen Unternehmen im DAX, sonst würde der Index nicht so hoch notieren. Die dunklen Wolken nehmen jedoch deutlich zu. Wer an der Börse die Zeichen der Zeit nicht wahrhaben will, der wird überrascht werden.

Lassen Sie sich nicht überraschen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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