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Das Unternehmen Commerzbank ist arg gebeutelt. Erst die jahrelange Knechtschaft unter der Fuchtel des Staates, dann ein nicht enden wollender Kapitalbedarf und gleichzeitig die Probleme in den verschiedenen Bereichen wie Immobiliensektor und Schiffsbranche. Und als wäre die Lage nicht heikel genug, muss sie nun auch Geld für eine Zockerei in den USA abschreiben. Das tut weh.

Bereits Ende letzter Woche wurde die Nachricht herumgereicht, dass die Commerzbank in den USA Geld verloren hat. Das ist natürlich schwer vorstellbar, wenn jemand kaum Geld hat. Doch hier muss man zeitlich trennen, denn verliehen hat sie das Geld schon im Jahre 2005 an die amerikanische Autostadt Detroit. Auch damals war Detroit bereits auf dem absteigenden Ast. Wer sich damals für einen Kredit an diese Stadt hergegeben hat, muss entweder nicht genau auf die Risiken geschaut haben oder sich an der möglichen Verzinsung des Kredits erfreut haben.

Wie nun allseits bekannt, ging diese Zockerei schief. Detroit ist mit 18 Milliarden Dollar verschuldet und pleite. Sie hat Gläubigerschutz beantragt und wird gar nichts mehr bezahlen können. In der Folge richten sich die Augen wieder auf das zweitgrößte deutsche Bankinstitut. Wird nun erneut frisches Geld gebraucht werden? Wie schlimm ist die Lage wirklich, fragen sich die Anleger. Womöglich werden die 400 Millionen Dollar irgendwie verkraftet werden können, auch wenn es schwerfällt, einem (einer) Mann (Bank) in die leere Hosentasche zu greifen.

Viel wichtiger ist die Erkenntnis, dass Banken (nicht nur die Commerzbank) unter permanenten Risiken leiden, die sie in der Vergangenheit blauäugig eingegangen sind. Besitzt nicht jede Bank auch Anleihen von schuldengeplagten Staaten? Was wird passieren, wenn Staaten ihre Schulden nicht bezahlen können?

Auch wenn das Problem in Detroit als klein zerredet wird, es ist nicht von der Hand zu weisen, dass noch mehr Detroits auf die Bankenwelt warten. Die Aktionäre ahnen bereits Schlimmes. Hätte die Commerzbank ihren Aktienkurs aufgrund einer Kapitalmaßnahme nicht geschönt, sie würde heute bei 0,65 Euro notieren. Das tut weh.

Nicht nur der Sommer ist heiß, sondern auch die Risiken in den Bilanzen von Commerzbank und Co.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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