Indikatoren-Trading

Glauben Sie an das Ende der Krise? Oder an den derzeitigen Anstieg am Aktienmarkt? Glauben Sie, dass die Banken viel besser dastehen als zuvor? Vieles, was derzeit passiert, kommt dem Betrachter wie eine Scheinwelt vor. Vieles, was kommuniziert wird, ist nicht greifbar und auch nicht direkt zu widerlegen. So steht der Mensch inmitten der vielen Eindrücke, die auf ihn einwirken. Er weiß, dass vieles nicht richtig ist, was er sieht und zu hören bekommt. Er kann nur nichts dagegen machen.

Zum Beispiel ist da das generelle Empfinden der Bürger, dass so vieles im Argen ist und sich keiner der Probleme annehmen will. Es gibt viele, die reden nur, handeln will jedoch keiner. Die EU ist gefangen im Durcheinander der unterschiedlichen Nationen und deren Interessen. Die einen wollen sparen, die anderen wollen ausgeben. Also passiert gar nichts. 

Die Wirtschaft in der Eurozone geht gerade den Bach herunter. Immer deutlicher ist die Konjunkturvollbremsung in den einzelnen Ländern zu erkennen. Dennoch sieht und hört man aus Brüssel und Berlin, dass es Fortschritte in den Krisenländern gäbe. Welche Fortschritte, will man da sagen? Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone ist auf Rekordhoch, die Verschuldung ebenfalls. Da kann niemand von guten Zeiten, gar von einer Besserung reden, es sein denn, der Redner will die Zuhörer täuschen.

Zum Thema Verschuldung gibt es ebenfalls eine angebliche Normalität zu berichten. So ist das Finanzministerium bemüht, den Bürgern zu erklären, wie toll sie doch gewirtschaftet haben. Sie zeigen sich als die Sparfachleute, auch gegenüber den südeuropäischen Staaten, und dennoch: Der deutsche Haushalt kommt ohne neue Schulden nicht aus. Auch dieses Jahr muss Finanzminister Schäuble neue Kredite aufnehmen, um seine Ausgaben zu bezahlen.

Als wäre dieser Sachverhalt nicht schon schlimm genug, kommt hier noch eine besondere Randnote. Allein 2012 hat der Fiskus 550 Milliarden Euro eingenommen. Es ist dennoch nie genug. Obwohl die Steuereinnahmen auf Rekordniveau sind, kommt Deutschland mit seinen Einnahmen nicht über die Runden. Da hilft auch nicht, dass der Finanzminister etwas von weniger Neuverschuldung, von ausgeglichenem Haushalt oder sonstigen Ausflüchten redet.

Sie merken schon, es passt nicht alles zusammen, was derzeit so passiert. Die Zentralbanken machen den Menschen weiß, dass sich jedes Problem mit frischem Geld lösen lässt. Da erschafft jemand Geld aus der Luft. Das kann doch gar nicht sein, will man da laut aufschreien. Würde jemand Ihnen das in der Fußgängerzone erzählen, Sie würden den Erzähler auslachen.

Der Aktienmarkt dagegen steigt und steigt. Seitdem die Zentralbanken die Liquiditäts-Schleusen weit geöffnet haben, schießen DAX, DOW und Co nach oben. Gleichzeitig haben die Unternehmen immer mehr Probleme, ihre Produkte an den Verbraucher zu bringen, da die Käufer immer weniger Geld in den Taschen haben. Der logische Menschenverstand fragt, woher also Absatz und Umsatz herkommen sollen? Ganz anders die Medien, sie feiern jeden DAX-Anstieg und wollen die Bürger glauben lassen, dass solange die Aktienkurse steigen, konjunkturell alles in Ordnung ist (sein muss).

Es läuft derzeit nicht rund. Zuviel hat sich in der Vergangenheit als unwahr herausgestellt, was Politik und Euroretter den Menschen  kommuniziert haben. Heute besteht Kommunikation fast ausschließlich aus Gründen wie Interessenwahrung, Vorteilsnahme oder Täuschung. Zum Beispiel weiß jeder Bürger, dass die Politik nach der Wahl nicht alles einhalten wird, was sie jetzt vor der Wahl verspricht. Die Politik nennt das Wahlkampf, die Bürger nennen das Wählertäuschung. Nein, es läuft wirklich nicht rund.

Der Mensch ist mit den vielen Eindrücken und mit der Geschwindigkeit, wie Dinge an ihm vorbeirauschen, deutlich überfordert. Er hat gar keine Zeit mehr. Nicht für sich, nicht für andere. Er hat definitiv keine Zeit, sich selbst Gedanken zu machen, was heutzutage richtig und was falsch ist. Das ist keine gute Entwicklung.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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