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Griechenland steht das Wasser bis zum Hals. Das Land ächzt unser seinen Verbindlichkeiten. Unter ökonomischen Gründen ist ein Schuldenschnitt unausweislich. Der deutsche Finanzmister Schäuble hat sich jedoch dagegen ausgesprochen. Deutlich hat er den Griechen zu verstehen gegeben, dass ein Schuldenschnitt für ihn nicht in Frage kommt. Wäre der Finanzminister doch nur bei der Rettung der Banken auch so streng gewesen. Deutschland hätte viel Geld sparen können.

Mit deutlichen Worten bestätigte Schäuble seine Rolle als Hardliner. Seit Ausbruch der Schuldenkrise ist der deutsche Minister in Griechenland verhasst. Er gilt als alter Knochen, der den Griechen das Leben schwer macht, wo immer er kann. Er droht, er zügelt, er schimpft, er entscheidet. Den Hellenen bleibt nur die Rolle des Unterdrückten. Sie sind diejenigen, die sich alles aus Deutschland gefallen lassen müssen. Manche Menschen in Griechenland sagen dem Finanzminister gar nach, er hätte Spaß daran, die Griechen leiden zu sehen.

Schäuble sitzt am Geldtopf. Wer das Geld hat, der macht auch die Regeln. Das ist nicht schön, doch in unserer Welt leider gängig. Das weiß auch der Finanzminister. Die Griechen mögen schimpfen, sich aufregen oder auf andere Art protestieren. Wenn Schäuble nicht den Daumen bewegt, passiert in der Griechenlandrettung gar nichts.

Herr Schäuble war nicht immer so streng. Manchmal kann der Minister ganz großzügig sein. Dann nämlich, wenn es darum geht, den Finanzinstituten unter die Arme zu greifen oder wenn Steuergelder an Banken geleitet werden. Bei den Banken muss man helfen, hieß es fortwährend aus der Richtung der Bundesregierung, denn sie seien systemrelevant. Da gebe es keine andere Wahl.

Das stimmt natürlich nicht. Schäuble kann Griechenland einen Schuldenschnitt zugestehen  oder den Banken Hilfen verwehren. Das hat aber einen Grund, warum der Finanzminister nicht will. Er würde bei einem erneuten Schuldenschnitt Geld verlieren. Das über Rettungsfonds bereitgestellte Geld an die Griechen wäre futsch. Manch einer erinnert sich noch an die Anfangszeit der Krise, als Schäuble die geliehenen Rettungsmilliarden gut verzinst wieder zurück erhalten wollte. Davon spricht heute niemand mehr.

Nun ist es so, dass bei dem jetzt diskutierten Schuldenschnitt auch die öffentlichen Gläubiger auch beteiligt würden. Sollte er einem Schuldenschnitt zustimmen, dann würde er den eigenen Ast absägen, auf dem er sitzt. Damit würde die Bundesrepublik Geld verlieren. Das darf aus politischer Sicht nicht passieren. Also vermeidet Schäuble jede Diskussion zu diesem Thema und wenn doch angesprochen, spricht er sich gegen einen Schuldenschnitt aus.

Man kann die Verstimmung der Griechen verstehen. Herr Schäuble lässt die Griechen unter dem Druck aus Brüssel und Berlin leiden. So ökonomisch sinnvoll ein Schuldenschnitt sein mag, für den Finanzminister ist sie politisch nicht gewollt. Auch nach dem gestrigen Besuch von Schäuble in Athen werden die Schmerzen Griechenlands nicht weniger.

 

Mit freundlichen Grüßen

ihr

start-trading Team

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