Indikatoren-Trading

An der Börse hört man immer wieder, dass man nicht alles auf eine Karte setzen soll. Wer alles auf ein Eintreffen eines Ereignisses setzt, der kann schnell verlieren. Wer sein Geld jedoch auf viele verschiedene Anlageformen verteilt bzw. in der gleichen Anlageform auf verschiedene Werte setzt, der fährt deutlich besser. So sagt man das jedenfalls. Und dann gibt es auch Leute, bei denen macht das Verteilen der Risiken gar keinen Sinn.

Diversifikation ist das große Schlagwort. Damit ist gemeint, dass die Risiken auf mehrere Schultern verteilt werden. Steigen Aktien nicht im Preis, dann steigt die Immobilie. Schwächeln die Zinsen auf dem Festgeldkonto, dann steigen vielleicht die Aktienmärkte. Damit soll sichergestellt werden, dass man sich als Investor nicht in eine Sackgasse manövriert (aufs falsche Pferd setzt) und plötzlich nur auf Verlusten sitzt.

Man kann auch innerhalb einer Gattung diversifizieren. Kauft man zum Beispiel Aktien, dann ist darauf zu achten, dass nicht alle Werte aus einer Branche sind. Ein Depot ist ausgewogener, wenn die Wertpapiere aus verschiedenen Branchen kommen. Das hat den Vorteil, dass dann die Techs fallen können und gleichzeitig die Zykliker steigen und andersherum. Man nennt das Branchenrotation. Es gibt immer eine Branche an der Börse, die zu den Gewinnern zählt. So jedenfalls nimmt die Literatur das an.

Mit der Diversifikation will der Anleger sicher stellen, dass er immer Kohlen im Feuer hat und irgendeine Investition Gewinne abwirft.

Bei diesem Thema wird nicht hervorgehoben, ob man mit Diversifikation überhaupt vom Fleck kommt. Damit ist gemeint, dass es ja in Ihrem Portfolio aufgrund der großen Verteilung zu jeder Zeit Gewinner und Verlierer gibt.  Sie machen also mit ein paar Aktien plus und verlieren mit anderen Aktien. Unterm Strich wäre das ein Nullsummenspiel. Das wäre so, als ob Sie am Roulettetisch dauernd auf Rot und auf Schwarz setzen. Sie verlieren nichts, aber sie gewinnen auch nichts.

Diversifikation macht nur in einem gewissen Rahmen Sinn. Der Anleger muss sich jedoch für ein Risiko entscheiden. Er muss auf ein (hoffentlich das richtige) Pferd setzen. Ohne Risiko funktioniert keine Anlage, schon gar nicht am Finanzmarkt. Es ist wichtig, dass sich der Anleger die lukrativsten Aktien mit den besten Chancen aussucht. Dabei sollte die Verteilung auf wenige Aktien erfolgen und nicht, wie fälschlicherweise oft zu lesen ist, auf viele.

Dann gibt es noch den Fall, dass Anleger zu wenig Geld haben, um überhaupt diversifizieren zu können. Mit wenigen tausend Euro kann man nicht viel verteilen. Stellen Sie sich vor, Sie hätten zweitausend Euro und würden damit fünf Werte aus dem DAX kaufen. Das würde bedeuten, dass Sie pro Position 400 Euro ausgeben können. Das führt dann zu der Erkenntnis, dass Sie mit so einer kleinen Position an der Börse keine Bäume ausreißen werden. Die Transaktionskosten werden im Verhältnis zur Positionsgröße zu hoch sein und auch der Kursanstieg der Aktie wird Sie nicht wohlhabend machen können.

Es gilt also zu beachten, wann Diversifikation sinnvoll ist und wann nicht. Nicht für jedes Konto ist diese Strategie anwendbar. Diversifikation heißt, sich die Sicherheit zu erkaufen, dass nicht alles weg ist, wenn man sich mal verspekuliert hat. Es ist jedoch noch keine Garantie für Gewinne.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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