Indikatoren-Trading

Bestimmte Dinge sind nicht einfach in Worte zu fassen. So auch eine Begründung, warum sich der Aktienmarkt in einer Blasenbildung befindet und warum ein Anstieg nicht ewig so weitergehen kann. Es ist offensichtlich so, dass die Aktienmärkte verrückt spielen. Das mag man glauben oder daran zweifeln. Ganz sicher braucht man Erfahrung, um zu verstehen, wie sich Aktionäre, Medien und andere Teilnehmer verhalten, wenn sie ihre Orientierung verloren haben. Wenn dieser Moment der Unklarheit dominiert, dann können sie ganz sicher von einer Blase sprechen.

Die angesprochene Orientierungslosigkeit unter den Aktionären ist allgegenwärtig. Allein das Hin und Her der Marktakteure bezüglich der Aussagen der Zentralbanken ist ein glänzendes Beispiel, wie sehr sich Anleger vom Sinn und Zweck einer Aktienanlage entfremdet haben. Kein Mensch kümmert sich noch um Unternehmensentwicklung und Unternehmensgewinne. Es geht nur noch um billiges Geld und dessen Verfügbarkeit, so lange es nur möglich ist. Ist das normal?

Natürlich ist. Anleger, die sich in den Markt trauen, weil dieser eben steigt, können und werden bestimmt eine Zeitlang auf der Welle steigender Kurse mitschwimmen können. Das ist darin begründet, dass im Anfangsstadium sich immer mehr Menschen dem Aktienmarkt hingezogen fühlen. Alternative Anlagemöglichkeiten sind gering, der Aktienmarkt steigt, vor allem hat er bereits all den anderen Anlegern bewiesen, dass er auch Gewinne abwirft, also "vertraut" man dem Aktienmarkt.

Der Fehler ist, man vertraut dem Aktienmarkt, man investiert aber nicht. Der Investor soll nicht vertrauen, sondern analysieren und entscheiden. Das macht der Anleger nicht, der sich in den aktuellen Aktienmarkt im Rahmen eines Hypes traut. Diese Anleger wollen nicht analysieren, sie wollen sich auf der Welle steigender Kurse tragen lassen. Sie wollen zu den Gewinnern gehören. Also wird der rationelle Teil des Gehirns ausgeschaltet und Gefahren werden somit heruntergespielt.

Jetzt, nachdem sich der Aktienmarkt bereits ordentlich aufgeblasen hat, werden die Zeichen einer Blase besonders deutlich. Der Anleger ist jedoch durch seine einseitige Betrachtungsweise nicht mehr in der Lage, diese Gefahrenzeichen zu orten, geschweige denn aufzunehmen. Die chinesische Konjunktur schwächelt bedrohlich. Das ist ein deutliches Alarmsignal, dass sich Aktienunternehmen in gefährlichem Fahrwasser befinden, da ihr Absatzmarkt gerade schrumpft. Die Eurokrise hat bereits die Länder im Süden Europas lahmgelegt. Diese Staaten werden sich auf Jahre nicht erholen können.

Die Zentralbanken bekriegen sich im Rahmen eines Währungskrieges. Jede Nation will ihre Währung billiger sehen, um damit ihre Exportchancen zu steigern. Dass dies passiert, ist nicht gesagt, doch niemand will sich dem Nachteil hingeben, an "Wettbewerbsfähigkeit" zu verlieren. In Wirklichkeit verlieren die Staaten, die sich am Währungskrieg beteiligen, schon lange an gesundem Menschenverstand. Sie spielen mit dem Feuer. Hier müsste es dem Investor dämmern, dass nicht nur die Zentralbanken mit Feuer spielen, sondern er selbst auch.

Jetzt sind das alles keine direkten Argumente, die den Aktienmarkt sofort in Schutt und Asche legen würden. Das gibt die Börse auch nicht her. Doch genau das erwartet der Leser, er will schnell harte Fakten und Gründe erhalten, warum das so sein soll. Er will klare Aussagen, wann die Blase platzen wird, am besten mit Datum und Uhrzeit versehen. Das hat den Grund, dass der Anleger noch bis zum letzten Moment am Anstieg partizipieren und erst kurz vor dem Platzen mit ordentlichem Gewinn aussteigen will.

Hier kommt die Erfahrung ins Spiel. Wenn die Aktionäre so kopflos wie derzeit agieren, dann ist das ein besonders guter Indikator für die Wirrheit, die sich im Markt tummelt. Man mag es glauben oder nicht, doch es ist so. Wenn die Akteure nicht mehr wissen, was sie machen sollen, wenn sie nur noch auf Stimulation aus sind (Worte der Zentralbanken), wenn sie nur noch nach höheren Kursen gieren, ohne die Fallhöhe im Auge zu behalten, dann liebe Leser, ist die Blase bereits ordentlich aufgeblasen. Die Gefahr des Platzens droht.

Natürlich will die Mehrheit der Aktionäre so ein Szenario nicht glauben. Das liegt in der Natur der Sache. Niemand will den Platz am Trog räumen, solange es etwas zu verteilen gibt. Und dennoch, die Art und Weise, wie sich der Aktienmarkt präsentiert, die Verlorenheit und die Orientierungslosigkeit, zeigt deutliche Anzeichen einer finalen Phase einer Blase.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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