Indikatoren-Trading

Wenn die Kurse so wie am heutigen Tag stark nach oben schießen, dann sind viele Trader not amused darüber. Der Grund ist, dass ihre Markterwartung fallender Kurse nicht eingetroffen ist. Sie schimpfen auf den DAX, sie schimpfen auf den FED-Chef Bernanke, sie schimpfen über all diejenigen Anleger, die kaufen, obwohl sie verkaufen müssten. Tatsächlich ist für den Trader die Richtung einer Kursbewegung als wertneutral zu sehen, wenn da nicht die eigene Position wäre.

Die, die über einen steigenden Markt schimpfen, sind vor allem diejenigen, die short investiert sind. Anleger, die auf fallende Kurse gesetzt haben, verlieren mit jedem Punkt an dem z.B. der DAX steigt. Bei Kontrakten ist das der Fall, bis die hinterlegte Margin aufgebraucht ist und bei KO-Scheinen, bis dieser ausgeknockt wird. Wäre derselbe Anleger long im Markt gewesen und hätte auf steigende Kurse gesetzt, dann sähe die Situation ganz anders aus.

Der Trader würde gar nicht über Bernanke schimpfen und über seine ausgesprochene Garantie, die Zinsen für lange Zeit niedrig zu halten. Das ist für heute nämlich der Grund, warum die Börsen steigen. Der Trader würde sich freuen über solch eine Aussage, die die Aktienmärkte stimuliert, denn die Hauptsache ist, dass sich das Tradingkonto füllt.

Beim Trading kommt es nur darauf an, mit der Marktmeinung richtig zu liegen. Alles andere, warum etwas passiert, und ob die daraus resultierende Kursbewegung gerechtfertigt ist oder nicht, spielt keine Rolle. Nur das eigene Gewissen kommt damit nicht klar, denn ist man falsch positioniert, dann schmerzen die sich anhäufenden Verluste. Um sich selbst gegenüber den Fehler zu rechtfertigen, werden nun Gründe aufgezählt.

Die gleiche Denke findet sich, wenn Trader einen fairen Kurs suchen. Das ist in der Sache normal. Auch jetzt befinden sich Aktienkurse in der Übertreibung. Die Reaktion der Börsianer auf eine weitere ultraleichte Geldpolitik ist falsch, da ja dann die Wirtschaft im Argen liegen muss und die Unternehmensgewinne darunter leiden. In der Folge fehlt den Aktienkursen Potential. All das ist zwar richtig gedacht, hilft jedoch bei der kurzfristigen Betrachtung der Märkte nicht.

Wenn der Markt steigt, dann steigt er eben. So teilnahmslos wie möglich muss die Kursentwicklung an der Börse aufgenommen werden. Anstatt über die falsche Richtung des Marktes zu schimpfen, ist es sinnvoller, die Dinge als gegeben zu nehmen. Das lässt sich leichter sagen, als in der Theorie umzusetzen. Für den Seelenfrieden ist eine teilnahmslosere Herangehensweise sinnvoll.

Da die zukünftige Marktentwicklung nicht zu 100% vorhersehbar ist, kommen hier wichtige Instrumente wie die Schutzfunktion über Stopp-Loss-Limit ins Spiel. Ein Fehler des Traders wäre nicht so schmerzhaft, hätte er rechtzeitig seine Position verlassen, indem seine Order automatisch geschlossen wurde. Das Gleiche gilt dafür, dass man Positionen nicht über Nacht halten sollte, da man auf überraschende Neuigkeiten nicht reagieren kann.

Das wirklich Schmerzhafte für einen Trader ist nicht der Grund, dass der Markt steigt, sondern dass der Trader immer noch in einer Position feststeckt (short), obwohl sich alle Welt um Aktien reißt.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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