Indikatoren-Trading

Das ging aber schnell. Gestern noch ist der DAX himmelhoch gestiegen und heute hat er bereits aufgegeben. Gestern war die Welt noch in Ordnung, denn die EZB hatte für ewig ihre Unterstützung zugesagt. Worte scheinen dieser Tage schnell zu verfliegen. So wie die Kräfte der Käufer am Parkett. Der DAX verliert in einer Stunde 150 Punkte und das scheint noch nicht alles gewesen zu sein.

Gestern war so ein schöner Tag an der Börse. Die US-Märkte hatten geschlossen und konnten den deutschen Anlegern in Frankfurt nicht in die Suppe spucken. Die EZB war freundlich gestimmt und redete den Anlegern nach dem Mund. Die Europäische Zentralbank sprach, was die Menge hören wollte. Daraufhin kam es zu einer Kaufexplosion. Die Aktienkäufer lagen sich glücklich in den Armen.

An der Börse liegen Versprechen, Hoffnung und Fakten oft sehr nahe zusammen. Man hofft auf passende Worte aus der Politik und von den Zentralbanken, man hofft auf steigende Aktienkurse und wird dann irgendwann mit den Fakten konfrontiert. Heute sind es die Arbeitsmarktdaten, die die Fakten liefern. Scheinbar soll sich in den USA die Lage am Arbeitsmarkt bessern, ob man es glauben will oder nicht.

Denn wenn alle Amerikaner auf Plantagen Erdbeeren pflücken würden, sagen wir für 3$ die Stunde, dann hätte das Land Vollbeschäftigung. Dass niemand für diesen Hungerlohn leben, geschweige denn die US-Wirtschaft anschieben könnte, das würde die Arbeitsmarktstatistik nicht ausdrücken. Sie wäre nur positiv, da es keine Arbeitslosen mehr gäbe.

Nun, den Börsianern gefallen plötzlich (scheinbar) gute Nachrichten nicht mehr. Gute Nachrichten bedeuten, den Nachschub an billigem Geld zu verlieren, das will kein Abhängiger (den Nachschub verlieren). Also bekommen die Anleger einen Schreck und fliehen aus dem Markt. So sieht der Kursverlauf des DAX heute aus. Es ist eine Flucht.

Die Zentralbanken haben sich in eine Situation manövriert, aus der sie nur noch Unheil anrichten können, jedoch keine Besserung der Lage mehr erreichen können. Die EZB hatte schon vor langer Zeit gesagt, sie werde den Euro auf jeden Fall verteidigen. Das war eine starke Positionierung, die den Anlegern damals gefallen hatte. Obwohl damit die Haltung der EZB bekannt ist, reicht heute solch eine Formulierung nicht mehr. Heute fordern die Märkte noch mehr Bekenntnisse. Diese kamen gestern erneut von der EZB, nämlich, dass die Zinsen für lange Zeit niedrig bleiben werden.

Die Euphorie hat nicht lange gehalten. Deshalb nicht, weil die Märke nun verstehen, dass kein Versprechen von Dauer ist. Vor allem, es hilft nicht, Probleme zu lösen. Die Worte der EZB von gestern sind schon in Vergessenheit geraten. Bald wird man neue Worte und Zeichen von der Europäischen Zentralbank fordern. Den Märkten kann man es bald gar nicht mehr recht machen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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