Indikatoren-Trading

Warum um die Pressekonferenzen der EZB so viel Wind gemacht wird, weiß niemand so recht. Immer wieder nach einer Sitzung des EZB Rates wird zu den Zuhörern gesprochen. Manchmal werden Andeutungen gemacht und manchmal scheinbar nächste Entscheidungen angeschnitten. Doch wirklich schlau wird niemand aus dem Ganzen. Diesmal hat die EZB die Börsen zum jubeln gebracht, indem sie Versprach die Zinsen für lange Zeit so niedrig zu lassen. Das hat seinen Grund.

Ein wenig Sorge hatten die Börsianer schon, wie der heutige Tag verlaufen würde. Man weiß ja nie was den Anleger an einem Tag, an dem die Leitzinsen in Europa diskutiert werden, erwartet. Dann aber um 14:30 Uhr folgte die Erlösung. Die Zinsen bleiben niedrig bei 0,5%. Sogleich freuten sich die  Börsianer und stützen sich auf die Aktien und kaufen was zu erwerben ist. Die Finanzmärkte waren erfreut. Es herrscht eitel Sonnenschein an den Börsen und in Europa.

Jetzt ist dieser Punkt schwer zu verstehen. Geht es nun Europa gut, dann müssten steigende Zinsen die Folge sein. Aber die EZB handelt nicht danach. Sie sieht zwar eine Stabilität und ab der zweiten Hälfte des Jahres eine deutliche Besserung der Konjunktur, für den Moment will sie jedoch mit Zinsanhebungen warten. Der erst gerade warmlaufende Konjunkturmotor soll nicht gleich abgewürgt werden.

Sie macht es sich einfach die EZB. Sie sagt, sie brauche nicht zu handeln wenn ihre Schlüsselwerte nicht außerhalb kritischer Werte notieren. Dabei ist ihr wichtigster Barometer die Inflation. Solange aus dieser Richtung kein Preisdruck aufkommt sieht die EZB alles gelassen und lehnt sich zurück.

Verfolgt man die Handlung der EZB und die der FED, dann kommt man zu der Erkenntnis das die EZB heute positives kommunizieren wollte. Sie wollte den Finanzmärkten keinen Deflationsschock verpassen. Das wäre nämlich die Folge gewesen, hätte sie die Zinsen angehoben oder sich kritisch zu der Niedrigzinsphase geäußert. Die FED (amerikanische Zentralbank) hatte bei ihrer letzten Sitzung schlechte Nachrichten schon mal angedeutet. Nämlich das sie ihre Anleihekaufprogramme zurückfahren könnte. Die EZB kann nach diese negativen Vorlage nicht auch eine Einschränkung der Liquidität kommunizierten.

Also lässt man sich süße Worte einfallen. Draghi sagt "die Zinsen bleiben für längere Zeit niedrig" und erfreut damit die Märkte. Der DAX steigt rapide. Die Sonne scheint sogleich ein wenig heller. Das ist ganz im Gegenteil zu den Aussagen der FED. Was will die EZB damit erreichen? Will man die Aufnahmefähigkeit der Märkte auslosten? Versuchen hier die beiden Zentralbanken ein emotionales Gleichgewicht herzustellen?

Das wäre ganz schön clever von der EZB, denn nun herrscht Unklarheit im Markt über die weitere Strategie der Zentralbanken. Erst kürzlich waren die Märkte geknickt und waren betrübt über die Worte der FED. Plötzlich ist alles wieder gut.

Somit hat die EZB mit einem pfiffigen Streich die Märkte positiv gestimmt und den Druck von den eigenen Schultern genommen. Jedenfalls vorerst.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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