Buchtipp

Noch vor wenigen Wochen, da hieß es, der Goldpreis falle so deutlich, weil sich die Eurokrise zum Besseren wendet. Eine Fluchtwährung, so wie Gold eine ist, würde nicht mehr benötigt werden. Und jetzt? Jetzt herrscht verkehrte Welt in Europa. Griechenland hat ein Ultimatum aus Brüssel vorgesetzt bekommen, womit es zum Sparen gezwungen werden soll und Portugal weiß bei dem ganzen Elend im Land gar nicht, wo es sparen soll. Es sieht überhaupt nicht danach aus, dass die Eurokrise vorbei ist.

Der Goldpreis hat sich von seinem Schwächeanfall bisher nicht erholen können. Ein wenig Realität aber ist an den Aktienmarkt zurückgekommen. Die Anleger gucken nun gespannt, wie sich die Anleiherenditen für die Krisenstaaten Portugal und Griechenland entwickeln. An diesem Barometer lesen sie ab, wie schlimm es um die Staaten steht. Nicht die wirkliche Entwicklung interessiert die Marktteilnehmer, sondern was der Markt denkt, wie sicher die Krisenstaaten ihre Schulden zurückzahlen können.

Da ist er wieder der Markt. Der, der bestimmt, ob es Staaten gut oder schlechtgeht. Lange Zeit haben auch die Aktienmärkte in den USA, Asien und Europa solch eine Illusion vorgegaukelt. Stiegen die Aktienmärkte, dann konnte keine Krise schlimm genug sein, um die Partylaune an den Börsen zu trüben. Es ging sogar noch weiter. Gute Aktienkurse wurden gleichgesetzt mit einer guten wirtschaftlichen Entwicklung. Dass dies nicht stimmt, das dämmert nun den Investoren. Die Euphorie im DAX ist erst mal dahin.

Zu Recht, muss man sagen, denn die Eurokrise ist plötzlich wieder da. Das wollten Frau Merkel und Herr Schäuble vor der Bundestagswahl unbedingt vermeiden, aber Märkte halten sich nicht an Wahltermine. So reißt erneut eine Wunde wieder auf, diesmal in Griechenland und in Portugal. Es sind die immer gleichen Stellen, die von den Eurorettern in der Vergangenheit zugepflastert wurden. Keine Wunde wurde jedoch geheilt. Das ist das Grundproblem der derzeitigen Krisensituation. Keine der Ursachen der Krise wurde in den letzten Jahren gelöst. Gleichzeitig hat man den Marktkräften keinen freien Lauf gelassen, um eine Bereinigung zu erzwingen.

Es verwundert also nicht, dass jetzt die Sorgenfalten wieder deutlicher zum Vorschein kommen. Es verwundert höchstens, in welcher Art man die Eurokrise als beendet dargestellt hat. Wo sind die vielen Leute aus der Politik, die den Bürgern in den letzten Monaten ein „Ende der Krise“ vorgegaukelt haben? Wo sind die Leute, die "deutliche Fortschritte" in Griechenland und Portugal wahrgenommen haben? Und wo sind diejenigen, die den Bürgern eine "Besserung der Lage" vorgaukeln wollten?

Die Politik ist wieder einmal ganz still. Immer, wenn die Krise wieder aufbricht, hört man nichts von Merkel und Co. Man warte eben, wie sich die Lage entwickelt. Manchmal mahnt man zum Sparen und droht mit Nichtauszahlung der nächsten Tranche. Aber einen wirklichen Plan hat Europa nicht. Es wird nicht lange dauern, da werden die Probleme in Europa den Eurorettern (respektive den Regierungen) über den Kopf steigen. Das ist dann auch wieder der Moment, an dem eine Fluchtwährung wie Gold dringend benötigt wird.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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