Indikatoren-Trading

Der DAX hatte gestern Geburtstag und wurde 25 Jahre alt. So richtig freuen kann sich jedoch niemand, denn der Börsenindex hat in seiner Zeit viel Porzellan zerschlagen und u.a. viele Volksaktien (Dt. Telekom) unter die Anleger gebracht, die den Anlegern Verluste beschert haben. Oder die Commerzbank-Aktie, ein schlimmes Beispiel, wie man mit Aktien viel Geld verlieren kann. An solch einem Tag will man aber nicht über Negatives reden, oder doch?

Trotz des glänzenden Aushängeschildes, dass der DAX die Entwicklung der dreißig größten an der Börse gelisteten deutschen Unternehmen darstellt, ist nicht das in der Packung, was außen draufsteht. Denn deutsch ist kaum noch etwas im Dax, bis auf die Namen. Fünf der dreißig Aktiengesellschaften führen in ihrer Firmierung das Wort "deutsche". Das sind 16%. Das klingt nach Germany ist es aber nicht. Viele der Unternehmen werden von ausländischen Anteilseignern dominiert.

Aber gut, der DAX steht nahe seinem Allzeithoch. Das ist doch ein Grund zum Feiern, mag manch einer sagen. Da kann man auch geteilter Meinung sein, denn der DAX ist der einzige Index, der als Performance-Index dargestellt wird. Das heißt, er pustet seine Leistung durch Einberechnung von Dividenden künstlich auf. Der wirkliche DAX (Kursindex) hat in der Vergangenheit kein neues Hoch erklimmen können. Doch wer will schon auf schwache Kurse schauen, mit dem Performance-Index lässt sich schöner feiern.

Die erfahrenen Anleger unter unseren Lesern werden sich an die Zeiten erinnern, bei denen ein Aktienerwerb noch eine Investition war. Man hat Aktien von Unternehmen gekauft, die gute Produkte hergestellt haben und dabei an der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens teilgehabt. So ist die wahre Funktion von Börse und Aktien. Doch tatsächlich hat sich der DAX mit fortschreitendem Alter immer mehr zum Zockermarkt entwickelt.

Früher wurden Aktien gekauft und dann abgewartet. Daher kommt auch die Börsenregel des Börsenfachmanns Kostolany. Wer heute nicht zusieht, dass er schnell Gewinne realisiert, der kann für solch ein Handeln manchmal jahrelang bluten. Mit fortschreitender Technik sind nun Fonds wie normale Bürger an schnellen Profiten interessiert. Dabei geht es immer um die Spekulation, nämlich die des kurzfristigen Ausnutzens einer Kursbewegung.

Diese Technik heißt Trading. Daran ist nicht Verwerfliches. Es passt nur nicht zu dem deutschen Vorzeigeindex, dass dieser ein Spielball der Marktteilnehmer geworden ist. Wer redet heute noch über die Entwicklung der Unternehmen des DAX? Wer interessiert sich für die Entwicklung von Produkten und deren Vertrieb? Niemand.

Heute kaufen Handelscomputer und treiben den DAX. An einem anderen Tag wird dieser heruntergeprügelt. Von einer Analyse der Aktien und der Auswahl guter Werte (basierend auf fundamentalen Daten) ist der heutige Markt weit weit weg.

Das ist sehr schade für den DAX, denn er hatte sich als stabiler Ort für Aktienengagement gut angeboten. Dass nun ein Zockerparadies aus ihm geworden ist, mag an seiner schlechten Erziehung liegen. Mit 25 Jahren ist der DAX alt genug und eben in der Lage, sein eigenes Ding zu machen.

Auch wenn diese Entwicklung uns nicht erfreut, dem Index wünschen wir dennoch alles Gute.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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