Indikatoren-Trading

Anders lässt sich das Gemetzel beim Goldpreis diese Woche nicht beschreiben. Lange galt ein steigender Goldkurs als Zeichen der Sicherheit. Als ein vertrauensvoller Ort, an dem Sicherheit gegenüber den Machenschaften der Finanzindustrie und den der Zentralbanken herrschte. Diese haben unvorstellbare Mengen an Papiergeld in die Hand genommenen, um den Goldpreis zu bekämpfen. Am Ende dieser Woche sind sich viele Investoren einig, dass das Papiergeld diesen Kampf gewonnen hat.

Der Goldpreis gönnt den Investoren auch keine Ruhe. Jeder Morgen geht mit Kursverlusten und damit mit roten Vorzeichen los. Jeden Tag wird das Edelmetall weiter heruntergeprügelt. Man hat das Gefühl, als will plötzlich die ganze Welt ihr Gold verkaufen.

Heute, als sogar die 1200$ für einen kurzen Moment gerissen wurden, da war für viele klar: Der Goldpreis hängt nicht mehr in den Seilen, er liegt schon regungslos auf dem Boden. Den Kampf, den er sich mit den Zentralbanken seit Jahren geliefert hat, ist nun wohl entschieden. Ob sich der Goldpreis von diesen Wunden erholen kann? Viele glauben nicht mehr daran.

Dabei fing alles ganz gut an. Unbeachtet von vielen Anlegern stieg der Goldpreis. Die Ersten waren die Cleversten, sie kauften, als noch niemand etwas mit Gold anfangen konnte. Erst als sich immer mehr Investoren für die Anlage in das gelbe Metall interessierten und der Goldpreis immer weiter stieg, mussten die Zentralbanken diesen Vertrauensgewinn in Ungnade bringen. Dafür druckten sie Geld. Immer und immer wieder wurden neue Runden der lockeren Geldpolitik ausgerufen, es wurden offen und versteckt Anleihen gekauft. Die Börsen weltweit stiegen in ungeahnte Höhen und ließen all diejenigen, die in Aktien investierten, als Gewinner dastehen. Das alles erreichten die Zentralbanken mit frisch gedrucktem Geld, das keinen Gegenwert hat.

Lange Zeit haben sich die Goldanleger nicht vor dem Papiergeld gefürchtet, doch mit dem brutalen Absturz der letzen Monate ist bei vielen das Vertrauen in Gold dahin. Das Papiergeld hat sich durchgesetzt. Es dominiert wieder die Geschehnisse in der Welt. Es lässt Aktienkurse steigen und Staatshaushalte ausgeglichen wirken. Das Papiergeld hat das Zepter nicht aus der Hand gegeben. Vor allem hat es geschafft, den Goldinvestoren deutliche Wunden zuzufügen.

Das Papiergeld, als natürlicher Feind des Goldes, ist in dieser Schlacht der Sieger. Das ist leider so. Auch wenn das Drucken von Unmengen an Papiergeld seinen Tribut fordern wird. Die schmerzhafte Konsequenz wird ein deutlicher Anstieg der Inflation sein.

Mit welcher Wucht das Papiergeld den Goldpreis zertrümmert hat, ist kaum vorstellbar. Viele erinnern sich noch an die konzentrierte Aktion von Großbanken (Verkaufsempfehlung an kritischer Stelle), als diese Druck über den Terminmarkt erzwungen haben.

Mit billigem Geld lässt sich scheinbar alles erreichen. Warum druckt die Welt dann nicht jeden Tag Geld und geht noch arbeiten?

Hier keimt doch wieder Hoffnung für den Goldpreis auf, denn Papiergeld ist nichts Gutes. Auch wenn es die Schlacht gewonnen hat, der Krieg dauert noch an.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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