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Wir wissen vom ehemaligen Arbeitsminister Blüm, dass die Rente sicher ist. Von Frau Merkel und Herrn Steinbrück wissen wir, dass unsere Spareinlagen sowas von sicher sind. Sicher wissen wir auch, dass in der Not andere Gesetze herrschen. Das haben wir bei den Handlungen der EZB und anderen deutlich zu Gesicht bekommen. Wer Aktien besitzt und sie in einem Deport bei einer Bank verwahrt, der glaubt auch, dass seine Wertpapiere sicher aufgehoben sind. Ist das wirklich so?

Auf diese Frage brachte uns ein treuer Leser unseres Blogs, der einen Artikel in der FAZ-Online gelesen hatte. Die wesentliche Aussage aus diesem Artikel ist, dass eine Bank Aktien im Notfall nicht zurückgeben kann und der Aktionär dann nur eine Entschädigung von maximal 20.000 Euro fordern darf, mehr nicht. Und das, obwohl die Wertpapiere nicht mal der Bank gehören. Es gibt also jederzeit ein Restrisiko.

Manche Anleger geraten nun in Sorge. Hatte man doch bisher gedacht, dass Aktien sicher in einem Depot verwahrt sind und auch nicht zu der Konkursmasse einer insolventen Bank gehören.

Diese Denke ist zwar richtig, sie schützt dennoch nicht davor, dass in einem Ausnahmefall der Anleger nur ein leeres Deport zu Gesicht bekommt. Wo keine Aktien sind, kann man auch keine Herausgabe verlangen. Das kann dann der Fall sein, wenn das verwahrende Institut die Aktien gar nicht besitzt, weil sie anderweitig verspekuliert wurden. Wer jetzt hellhörig wird und sich zu verlesen glaubt, der wird wohl auch denken, dass das Sparguthaben in den Tresoren der Bank liegt. Das ist nicht der Fall.

Eine Bank sucht immer Möglichkeiten, ihr Geld zu vermehren. Das funktioniert auch mit Aktien, die sie für andere verwahrt. Der Klassiker ist das Verleihen der Aktien an Hedgefonds, die für dieses Geschäft gute Zinsen zahlen. Die Transaktion läuft wie folgt: Die Hedgefonds erhalten die Aktien (die eigentlich dem Kunden gehören) und verkaufen die am Markt für einen aktuell hohen Preis, um sie in der Zukunft, nachdem der Aktienkurs gefallen ist, wieder zurückzukaufen. Die Differenz zwischen dem Verkaufs- und dem Wiedereinkaufspreis ist der Gewinn des Hedgefonds. Danach geben sie die Aktien wieder an das verleihende Institut zurück, dieses bucht sie wieder in das Kundendepot. Die Bank freut sich über die erzielte Rendite, die sie mit dem "toten" Kapital machen konnte und der Kunde bekommt von alldem nichts mit. 

Die Frage, die sich nun ergibt, ist folgende: Was passiert, wenn die Aktien bei solch einer Spekulation nicht wieder zurückkommen? Das heißt, wenn die Aktien weg sind. Sicher, der Kunde hat ein Recht auf seine Aktien, sie gehören ihm und nicht der Bank, der die Wertpapiere nur verwahren sollte. Jedoch, wo nichts ist, kann der Kunde auch nichts holen. Es ist eben so eine Sache mit dem Recht haben und Recht bekommen.

Daher hat der Artikel aus der FAZ-Online recht. Was weg ist, ist weg. Man kann sich dann nur an einen Sicherungsfonds wenden und bis zu 20.000 Euro Entschädigung fordern. Vor allem zeigt es deutlich, dass alles, was Sie einer dritten Person (hier der Bank) anvertrauen, niemals ganz sicher sein kann. Auch wenn Ihnen Verträge und Prospekte etwas anderes sagen wollen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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