Service

Der Goldpreis fällt heute deutlich. Die Medien stimmen gemeinsam das Lied an, dass die Krise nun endgültig beendet sei und sich die Investoren deshalb vom sicheren Hafen "Gold" trennen würden. Je deutlicher die Verluste, umso besser scheint es der Weltwirtschaft zu gehen, ist die eilige Schlussfolgerung. Das jedenfalls ist die Interpretation derjenigen, die sich einen Reim auf den Preisverfall machen wollen.

Vor allem wird eine stärkere US-Wirtschaft in den Vordergrund gerückt. Bisher hatte man sich auf die chinesische Konjunktur konzentriert, aber wenn es der Argumentation nützt, dann nimmt man auch mal die amerikanische. Man nimmt an, dass wenn es der USA gutgeht, dass es dann auch dem Rest der Welt bessergehen würde. Also freuen sich die Investoren, dass es erste positive Signale von der anderen Seite des großen Teiches gibt. Richtig bestätigt ist der Aufschwung nämlich noch nicht, denn dann müssten ja die vielen Stützungsmaßnahmen der amerikanischen Notenbank FED sofort eingestellt werden. Gleichzeitig müsste der Arbeitsmarkt in den USA genesen sein. Das aber ist er nicht.

Irgendwie klingt die Schlussfolgerung der Medien nicht ganz schlüssig. Es könnte jedoch auch sein, dass die Medien alle das Gleiche schrieben, weil die Quelle immer dieselbe ist. Man weiß es nicht genau. Jedenfalls hat man sich auf den Grund des Preisverfalls scheinbar geeinigt. Der Weltkonjunktur wird es in der Zukunft bessergehen und daher wird kein Gold als Sicherheitspolster mehr benötigt.

Das alles klingt so dahingesagt, wohl wissend, dass die Weltkonjunktur mitnichten auf dem Weg der Besserung ist. Würden die Zentralbanken aufhören, finanziell zu stützen, wir hätten gleich morgen einen Finanzmarktcrash und eine schwere Depression. Die Begründung der Medien hapert also.

Im Moment fällt der Goldpreis besonders schmerzhaft. Kein (privater) Investor kann jetzt etwas daran ändern, man muss es so nehmen, wie es ist. Wer sich am Goldchart orientiert hat, der konnte sich auf den Einbruch mental vorbereiten. In den Artikel "Goldpreis verliert Boden unter den Füßen" vom 20. Juni hieß es:

Das letzte Tief bei 1321$ ist heute Intraday gerissen worden. Wenn dieses bis zum Tagesschluss nicht verteidigt werden kann, und danach sieht es derzeit aus, dann folgen weitere Verluste. Direkt und zügig wird dann der Kursbereich bei 1200$ angesteuert werden.

Soeben melden die Agenturen das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA für das erste Quartal: Das Ergebnis lautet +1,8% anstatt erwarteten +2,4%. Hieran erkennt man schnell, wie weit Realität und Hoffnung auseinanderklaffen.

Sogleich findet der Goldpreis etwas zu Stärke zurück und stabilisiert sich im Kursbereich 1241$. Müssten die Medien nun ihre Artikel umschreiben? Heißt es morgen vielleicht, dass die USA doch nicht auf dem Weg der Besserung ist?

Jeder sollte sich seine eigene Meinung zu den Kursverlusten bilden. Derzeit ist es, wie es ist, der Goldpreis strahlt nicht in seinem Glanz. Das kann man so hinnehmen oder sich von den Medien Geschichten erzählen lassen. Besser ist jedoch zu wissen, dass keiner etwas Genaues weiß. Der Goldpreis fällt eben am heutigen Tag.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading.de

Share This