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Der Ausgang des Bundestagswahlkampfes wird vielleicht so spannend wie ein Fotofinish im 100-Meter-Lauf. Frau Merkel bröckeln derzeit die Argumente weg, mit denen sie punkten könnte. Gleichzeitig kommt die Eurokrise wieder zum Vorschein und zeigt damit ihr bisheriges desolates Krisenmanagement. Womöglich ist sie die ersten 30 Meter zu schnell angegangen, so dass ihr jetzt die Puste auszugehen droht. Wird sie es schaffen, sich dennoch ins Ziel zu retten?

Frau Merkel hat es sich in ihrer Rolle als Kanzlerin oft einfach gemacht. Sie ist bekannt dafür, dass sie Vieles an sich abprallen lässt, was ihr auch den Spitznamen Teflon-Merkel eingebracht hat. In der Eurokrise hat sie sich nicht besonders hervorgetan und nun steht sie vor einem Scherbenhaufen, da die Krise immer noch nicht gelöst ist. Egal, wie viel gekittet wird, egal wie viele Pflaster auf die Wunden der südeuropäischen Nationen geklebt werden. Die Wunden kommen immer wieder zum Vorschein, und vor allem jedes Mal deutlicher.

Das wird der Kanzlerin im letzten Teil ihres Wahlkampfes nicht gefallen. Hätte sie zuvor an einer Lösung gearbeitet, dann wäre es vielleicht nicht soweit gekommen. Es ging jedoch immer nur darum, den Schein (alles nicht so schlimm, alles unter Kontrolle) bis zum Bundestagswahlkampf zu wahren. Das könnte diesmal vielleicht ins Auge gehen.

Gleichzeitig bröckeln ihre Themen dahin. Mit erneuerbarer Energie kann man zur Zeit keinen Blumentopf gewinnen, geschweige denn einen Wahlkampf. Das ist auch der Grund, warum es zu diesem Thema nicht viel zu lesen gibt. Außer das Thema der Energiepreisbremse, damit wollte die CDU eine Zeit lang punkten. Das Schlimme daran ist, die andauernden Preiserhöhungen hat die Regierung selbst zu verantworten und nun will sie sich durch eine Bremse als Verteidiger der Bürger hinstellen. Das ist so unglaubwürdig, dass auch dieses Thema keine positive Wirkung auf den Wahlkampf haben wird.

Oft genug hat die Kanzlerin in Richtung Türkei gezeigt und eine Aufnahme in die EU ausgeschlossen. Damit ist sie lange Zeit gut gefahren und sie konnte stabil damit punkten. Seit die türkische Regierung brutal gegen ihre Bürger vorgeht, will gar niemand mehr mit ihnen zu tun haben. Damit hat Frau Merkel ihr Alleinstellungsmerkmal zu diesem Thema verloren und hat einen Grund weniger, der ihr Stimmen eingebracht hätte.

Auch der Finanzmarkt, lange Zeit ein Indiz für blühende Landschaften in der Wirtschaft, lässt sie hängen. Der Aktienmarkt geht aktuell in die Knie. Gleichzeitig hält sich die amerikanische Zentralbank nicht zurück und will noch den Liquiditätsnachschub für die Börsen verringern. Das ist Gift für Frau Merkels Wahlkampf. Denn die Folge des amerikanischen Vorpreschens werden weitere Verluste am Aktienmarkt sein. Schlechte Kurse werden der Regierung angelastet. Das ist so. Die Wähler erinnern sich besonders deutlich an die letzten Monate einer Legislaturperiode. 

Obwohl Frau Merkel lieber schweigt als tätig zu werden, ist sie plötzlich gezwungen, aus ihrer bisherigen Rolle herauszutreten und mehr zu machen. Sie hat begonnen, unhaltbare Dinge zu versprechen, um in der Gunst der Wähler zu steigen. Die Medien begleiten ihre Wahlversprechen, hinterfragen jedoch nicht die Machbarkeit. Das ist besonders schade, da die CDU ihre Versprechen aufgrund mangelnder Finanzierbarkeit nicht einhalten wird.

Für Frau Merkel wird es nun eng. Sie hatte eine komfortable Führung, die sie nun vehement verteidigen muss, um nicht noch kurz vor der Ziellinie abgefangen zu werden. Dabei droht die Gefahr nicht von den anderen etablierten Parteien. Es sind die Protestparteien wie z.B. die AfD, die die Kanzlerin in Bedrängnis bringen können.

Es wird spannend auf den letzen Metern.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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