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An der Börse ist man sich schon seit langer Zeit einig, dass es Profis gibt und weniger informierte Teilnehmer. Diese folgen der Herde und werden unter der Hand Schafe genannt. Sie wollen meist nicht auffallen und bilden sich selten eine eigene Meinung. In der Menge fühlen sie sich wohl und glauben alles, was man ihnen vorsetzt. So muss man das Verhalten des Wahlvolks auch interpretieren, denn Wahlversprechen locken die Wähler und diese glauben alles.

So oft wiederholt sich das bereits Gesehene. Immer wieder kurz vor den Bundestagswahlen wird in Form von Wahlversprechen gelogen, dass sich die Balken biegen. Das macht jede Partei und jeder Kanzlerkandidat. Besondere auffällig zeigt sich in diesem Jahr Frau Merkel. Sie will die nächste Wahl um jeden Preis gewinnen. Daher gibt sich "Mutti" bei allen Bevölkerungsgruppen besonders spendierfreudig. Wenn sie gewinnt, dann sollen die Alten etwas bekommen, die Mütter auch, die Autofahrer erst recht, die Banken bekommen schon und für die Eltern ist auch noch etwas dabei.

Das klingt toll, ist aber nur Schein. Denn hinter vorgehaltener Hand heißt es, all meine Versprechen werde ich nicht einlösen, wenn es keine Finanzierung dafür gibt. Dennoch hält sie das nicht ab, immer mehr zu versprechen. All die Wahlversprechen der Kanzlerin sind damit Makulatur. Sie werden nicht erfüllt werden können. Und dennoch, der Bürger wird geködert, er wird sich an das Versprechen erinnern. Er wird nicht hinterfragen, sondern nur den süßen Worten folgen und sein Kreuz bei der Partei setzen, die ihm besonders viel Honig um den Mund geschmiert hat.

Das macht wütend. Die Wähler müssten doch nach all den Jahren der bewussten Manipulation wenigstens etwas dazu gelernt haben. Sagen wir, früher war der Wähler nicht so informiert, tagsüber hat er malocht und abends ferngesehen. Aber heute ist man vernetzt, jeder kann sich auch über Ungereimheiten in den Wahlversprechen informieren. Schnell würde das Wahlvolk verstehen, dass Vieles, was die CDU verspricht, nicht einzulösen sein wird.

Es ist gar nicht so lange her, dass Bundeskanzler Kohl blühende Landschaften für die ostdeutschen Bundesländer versprochen hat, dass die Einheit niemanden mehr kosten wird und dass der Solidaritätszuschlag nur für zwei Jahre eingeführt wird. So wurde es den Wählern kommuniziert. Erst vor vier Jahren hat die FDP "mehr netto vom brutto" versprochen. Sie haben für diesen Wahlkampf sehr viele Wählerstimmen erhalten. Was ist daraus geworden? Die FDP wollte in die Regierung, dafür war ihr jedes (nicht einlösbare) Versprechen recht.

Man hofft alle vier Jahre, dass das Wahlvolk aus seinen Fehlern lernen möge, dass es endlich mal ein wenig zu Besinnung kommt. Es kann doch nicht sein, dass gebildete Menschen immer wieder die Partei wählen, die ihnen die meisten Versprechen geben. Man kann nur mit dem Kopf schütteln, es geht einem nicht in den Kopf.  

Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass das Wahlvolk irgendwann mal zur Besinnung kommt. Auch dieses Jahr nicht. Der Mensch bleibt eben, wie er ist. Ob am Finanzmarkt oder im politischen Umfeld, das ist ganz egal.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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