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Noch immer will der Börsianer nicht glauben, dass die Zeit des ewigen Kursanstiegs vorüber sein könnte. Immer wieder wird der DAX gekauft, sobald er ein paar Tage Schwäche zeigt und dennoch, die Minustage kommen immer öfter zurück. Heute ist wieder ein Handelstag an dem die Kurstafeln fast vollständig in rote Farbe gehalten sind. Es wird mal wieder verkauft, ob die Anleger das glauben wollen oder nicht. Da hilft es auch nicht, die Schuld bei der FED zu suchen.

Die große FED, die amerikanische Zentralbank, hat gestern Abend gesprochen. Sie hat wieder einmal nichts Konkretes von sich gegeben, wie sie es sich mit dem Ende der Phase des billigen Geldes vorstellt. Das kann sie auch gar nicht, denn eine klare Ansage zum Ausstieg, hätte einen sofortigen Crash am Aktienmarkt zur Folge. Also bleibt erst mal Alles beim Alten. Es wird weiter Geld in den Markt gepumpt. Die Legitimation gibt man sich selbst, indem man die Bedingung dafür an Wirtschaftswachstum und Arbeitslosenquote festmacht. Solange diese Bedingungen nicht erfüllt sind, wird man weiter Geld bereit stellen, so die Notenbank.

Und warum fallen die Märkte dann, mag manch ein Leser berechtigterweise fragen. Der Grund ist, dass nun nicht mehr zu leugnen ist, dass die FED aussteigen will und aussteigen wird. Die Pläne sind vorhanden. Die Gedanken sind gemacht. Nur darauf kommt es an. Die FED macht sich keine Gedanken mehr wie sie mehr Geld in den Markt bekommt, sondern wie sie Geld vom Tisch nehmen kann, ohne einen größeren Schaden zu verursachen. Erst gestern schrieben wir über dieses Dilemma in dem Artikel: "Kritisch: Nicht nur Aktionäre in der Sackgasse".

Damit ist auch die Resthoffnung der Anleger vom Tisch, die FED möge bis alle Ewigkeit mit ihrer bisherigen Politik weitermachen. Ohne Hoffnung gibt es auch keinen Grund mehr für eine Spekulation. Die FED hat sich entschieden. Jetzt muss sich nur noch der Anleger über diesen Schritt deutlich werden. Am heutigen Tag sitzt erst mal der Schreck tief. Der DAX notiert bereits zur Eröffnung über 1,5% im Minus. Die amerikanischen Futures sind im Minus. Die asiatischen Märkte haben sich auch mit roten Vorzeichen aus dem Handelstag verabschiedet.

Die schöne Zeit an den Aktienmärkten scheint vorbei zu sein. Die Zeit an der kein Problem zu groß war und jede Notlage durch die Hilfe der Zentralbanken ausradiert wurde. Diese haben gepumpt, der Aktienmarkt ist gestiegen und die Aktionäre wurden risikolos wohlhabend. Von solchen paradiesischen Zuständen will sich kein Aktionär trennen. Das ist allzu verständlich. Dennoch der FED bleibt keine Wahl.

Auch wenn es gestern Abend in der Pressekonferenz keine konkrete Aussage gegeben hat, die Würfel sind jedoch gefallen. Die FED plant den Ausstieg. Die Zeit der ewigen Geldversorgung der Märkte ist vorüber. Aktionäre denken in der Zukunft und handeln heute. Deshalb fallen bereits heute die Aktienkurse weltweit, obwohl noch Nichts passiert ist.

Die FED steht nun wie ein Spielverderber da. Sie ist es, die die Musik auf dem Aktienmarkt leiser dreht. Sie spielt den Miesepeter und lässt den Getränkenachschub versiegen. Anstatt mit dem Finger auf die FED zu zeigen, sollte sich jeder Anleger fragen, ob er nicht selbst eine Entscheidung treffen könne (z.B. verkaufen) als immer nur an den Lippen der Zentralbank zu hängen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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