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Was passiert, wenn sich Anleger in eine Sackgasse manövriert haben? Man ist in die Enge getrieben, es geht nicht mehr weiter. Manchmal ist sogar der Weg zurück versperrt. Der Blutdruck steigt, der Schweiß rinnt. Angst steigt auf. So ähnlich müssen sich derzeit Aktionäre in aller Welt fühlen, denn sie befinden sich in solch einer Lage. Der Markt will nicht weiter steigen. Die Fallhöhe ist jedoch bedrohlich hoch. Und es ist diesmal keine Zentralbank in der Nähe, die helfen kann.

An den Kursanstiegen der letzten Jahre kann man sehr gut erkennen, wie stark die Indizes der Welt von dem billigen Geld der Zentralbanken profitiert haben. Jede neue Nachricht über die Krisen der Welt hat den Aktienmärkten Auftrieb gegeben. Je schlechter eine Nachricht zu Konjunktur und Krisenverlauf war, umso besser, dachten sich die Anleger. Denn je schlechter sich die Situation dargestellt hat, umso stärker mussten die Zentralbanken unterstützen. Das freute die Aktionäre.

Europäer und Amerikaner kennen das Zusammenspiel von schlechten Nachrichten und steigenden Aktienkursen schon länger. Seit einem halben Jahr machen auch die Japaner mit und haben ein Kursfeuerwerk entzündet. Auch bei ihnen gehen die Kurse durch die Hilfe der Bank of Japan durch die Decke. Nur ist es jetzt so, dass das Pulver der Zentralbanken verschossen ist und die Euphorie schnell nachlässt. Die Leitzinsen sind bereits historisch niedrig, Anleihen sind bereits aufgekauft, dass die Bilanzen bald platzen und das Geld wird bereits 24 Stunden am Tag gedruckt. Mehr können die Zentralbanken nicht leisten. Hier ist der Moment, wo einigen Anleger Böses vorschwebt.

Die Zentralbanken müssen nun in ihrer Strategie umschwenken. Sie können nicht ewig so weitermachen wie bisher. Zum einen, weil sie die eigene Währung nicht vollends ruinieren wollen, und zum anderen, weil sie das letzte Fünkchen Vertrauen in ihre Institution aufrechterhalten wollen. Denn in Wirklichkeit hätte keine Zentralbank eine Flutung der Märkte in diesem Ausmaß jemals erlauben dürfen.

Kommen wir zur Panik der Anleger. Diese zittern nun bei jeder neuen Konjunkturmeldung. Denn wenn diese schlecht ist, dann ist die tatsächliche (und nicht die erhoffte) Lage in der Wirtschaft wirklich übel, so dass Aktien keinen Raum für weitere Anstiege haben. Ganz im Gegenteil: Aktien müssten dann schnell fallen, weil die Gewinne der jeweiligen Unternehmen in Krisenzeiten einbrechen werden. Schlechte Nachrichten sind jetzt nicht mehr gut für den Aktienmarkt, da die Zentralbanken ihre Munition verschossen haben. Ein enormes Risiko für die Anleger.

Gleichzeitig sind die Anleger in Sorge, dass wenn Konjunkturdaten gut ausfallen, dass dann die Zentralbanken hergehen und das als Grund nehmen, ihre Aktivitäten am Markt zurückzunehmen. Das wäre dann Einschränkung der Anleihekaufprogramme und die Erhöhung der Leitzinsen. Das wäre Gift für die Aktienmärkte. Die Börsen würden dann nicht mehr mit Liquidität versorgt werden und Aktien würden gegenüber anderen Anlageformen an Attraktivität verlieren. Da Aktien schon weit gestiegen sind, wäre das Potential nach oben erschöpft, jedoch wäre nach unten viel Luft, um ein faires Bewertungsniveau zu erreichen. Es droht die Implosion.

Da steht der Aktionär nun in der Sackgasse. Er fühlt sich unwohl in seiner Haut. Die Situation, in der er sich befindet, bereitet ihm Kopfschmerzen. Eine Sackgasse ist eben etwas deutlich Beengendes, aus dem man schwer herausfindet. Für die Anleger bedeutet das, dass sie genau wissen, welcher Gefahr sie ausgesetzt sind. Gleichzeitig sind sie jedoch so sehr von der Stützung der Zentralbanken abhängig geworden, dass sie sich nicht trauen werden, den Markt zu verlassen. Zu sehr haben sich Anleger an Hilfen von Bernanke und Draghi gewöhnt.

Dass die Zentralbanken schon seit einiger Zeit keine Antworten mehr auf die Fragen der Anleger haben, ist bekannt. Sie verstecken sich hinter Phrasen und Wiederholungen. Vor allem haben sie gemerkt, welches Risiko sich am Aktienmarkt aufgestaut hat. Sie wollen jetzt ihre Aktivitäten zurückfahren. Das können sie nicht so einfach, denn das würde einen Einbruch am Aktienmarkt zur Folge haben. Tod des Anlegers durch plötzlichen Entzug.

Nicht nur die Aktionäre sind in der Sackgasse, auch die Zentralbanken sind es. Die Lage ist kritisch.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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