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Der Glaube versetzt bekanntlich Berge. Viele Politiker bemängeln die mangelnde positive Denkfähigkeit vieler Europäer. Sie müssten nur fest genug an eine Besserung glauben, damit sich die Krise zum Positiven wendet, ist die Hoffnung vieler Regierungen. Staaten wollen auf diesem Wege eine Besserung der Krisenlage erzielen. Der Bürger jedoch stellt sich sehr zäh an. Das hat seinen Grund.

Die Zentralbanken agieren besonders stark mit dem Glauben der Menschen. All ihre Aktionen sind im ersten Schritt nur ein Richtungshinweis. Wenn eine Zentralbank z.B. die Leitzinsen senkt, dann ändert sich in diesem Moment nicht sofort etwas für die Menschen und auch nicht für die Unternehmen. Dennoch es ist ein Zeichen, dass die Zentralbank die Krise bekämpfen will (zeigt Willen) und es ist ein Zeichen, das Kredite billiger werden (Versorgung mit Liquidität).

Das wiederum soll Menschen und Unternehmen zum Handeln animieren. Der Glaube an eine Besserung führt demach zu einer Besserung (Selbsterfüllung). Denn wenn der Unternehmer an eine Besserung glaubt, dann wird er investieren, Angestellte einstellen, diesen Gehalt zahlen und diese werden es ausgeben. Der Handel profitiert davon, in der Folge profitiert die herstellende Industrie. Die Kette geht immer so weiter und der konjunkturelle Kreislauf käme damit zum Laufen. Das alles kann nur dann funktionieren, wenn die Zentralbank den Glauben der Bürger an eine bessere Zukunft wecken kann.

Besonders deutlich sieht man die Kraft des Glaubens an den Aktienmärkten. Allein der Glaube an eine bessere zukünftige Entwicklung lässt Anleger Aktien kaufen, und damit auch die Aktienkurse steigen. Die Börsen steigen, weil die Anleger glauben, dass in der Zukunft die Welt eine bessere wird. Die Kurse steigen auch deshalb, weil die Zentralbanken versprochen haben, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um Währung und Kontinent zu verteidigen.

Die psychologische Komponente ist, dass der Bürger an die eigene Kraft glauben muss und an die Kraft weiterer Beteiligter wie Politik und Zentralbank. Ist ein "wir können das schaffen" Geist geweckt, dann ließe sich jede Krise wie von selbst lösen. Das ist jedenfalls der Glaube der Euroretter. Am Ende des Tages sind es der Bürger und der Unternehmer, die eine konjunkturelle Verbesserung einleiten können. Sonst niemand.

Die Aufgabe der Euroretter aus Brüssel und aus den jeweiligen Regierungen ist es, Positives besonders deutlich herauszustellen. Dabei helfen die Medien. Das ist auch der Grund, warum vom Finanzminister Schäuble besonders oft zu lesen ist. Er erkennt andauernd etwas Positives in der Eurorettung und erkennt, dass Portugal oder Griechenland gute Entwicklungen machen. Es ist seine Aufgabe, den Glauben an eine bessere Zukunft bei den Bürgern zu wecken. Auch wenn die Realität eine andere ist.

Früher, als die Technik noch nicht so weit war, funktionierte diese Art der Täuschung. Heute wird Herr Schäuble schon Lügen gestraft, noch bevor seine Aussagen die Menschen erreichen. Denn heute ist die mediale Vernetztheit so gut, dass die Menschen wissen, wie schlecht es bestimmten Ländern wirklich geht oder wie falsch die Eurorettung tatsächlich ist. Gleichzeitig sehen die Bürger, wie sich die Politik in Lügen verstrickt und dennoch nicht von einem Fehler reden mag. All das löst kein Vertrauen aus.

Um den Glauben bei den Menschen zu wecken, braucht es zuallererst Vertrauen. Diese Basis ist elementar. Leider kann der Bürger der Politik nicht vertrauen (sie bricht ihr Wort), den Zentralbanken auch nicht (hält sich nicht an ihr Mandat) und den Aktienmärkten schon gar nicht (Spielcasino der Banken).

Damit verpufft die Wirkung einer positiven Denke bei den Bürgern Europas. Zu Recht, muss man sagen, es ist ihnen nicht zu verdenken.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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