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Jeder, der mal einen Nordamerikaner im Urlaub getroffen hat, kennt die aufgesetzte Freundlichkeit der US-Bürger. Die Konversation erstreckt sich meist auf Oberflächliches und am Ende des Gesprächs wird man dann eingeladen, denjenigen in seiner Heimatstadt unbedingt zu besuchen. Diese Einladung wird unter US-Bürgern gerne ausgesprochen, doch wehe, man steht vor der Tür. Ebenso scheinheilig geht es auch in der Frage der Meinungsäußerung zu.

Die USA hat im ersten Zusatz der amerikanischen Verfassung festgehalten, dass jeder seine Meinung frei äußern kann. Die Amerikaner lieben diese Freiheit. Nur in den USA scheint die wirkliche Demokratie zu leben. Die Freiheit, bei der der Mensch frei ist, die Unternehmen ungebunden und das Kapital stark ist. Kontrolle und Einschränkung sind den Amerikanern scheinbar fremd.

Ach ja, mit der Kontrolle, da war doch was. Der US-Geheimdienst hat jahrelang ein Netzwerk aufgebaut, mit der andere Menschen bespitzelt und kontrolliert werden. Das läuft unter dem Namen PRISM. Diese Ungeheuerlichkeit ist durch einen einfachen Mitarbeiter (Edward Snowden) aufgeflogen, der diese Machenschaft enthüllt hat. Er konnte seine Sicht zu der Lage der Dinge nicht mehr verbergen. Er hat daher seine Meinung geäußert, in der geliebten freiheitlichen Nation USA.

Hätte er das wohl besser nicht getan. Infolge seiner Äußerungen musste er bereits außer Landes und ist jetzt auf der Flucht. Sein letzter Standort war Hongkong. Die freie Meinungsäußerung hat ihm nur Ärger eingebracht. Präsident Obama und der amerikanische Geheimdienst sind auf der Jagd nach dem "Verräter". Jemand hat es gewagt, Unrecht zu thematisieren, das darf offensichtlich in den USA nicht vorkommen.

Die USA darf zwar nach eigener Überzeugung in andere Länder einmarschieren, dort für Demokratie und vor allem für einen freien Lebensstil sorgen. Aber im eigenen Land gilt das Gesagte nicht, denn zu Hause spielt eine andere Musik. Freie Meinungsäußerung ist nicht geduldet, sofern sie nicht dem Mainstream passt oder es sich nur um Belanglosigkeiten handelt.

Dieser Mann, Edward Snowden, welches Unrecht hat er getan, dass er jetzt wegen seiner Aussage gejagt werden müsste? Hat er nicht die Augen der Bürger geöffnet, dass all das, was vor Jahren als Verschwörungstheorie abgestempelt wurde, doch der Wahrheit entspricht? Müsste dieser Mann nicht gefeiert werden für seinen Mut, zu seiner Meinung zu stehen und diese entgegen aller Gegenwehr mutig zu äußern?

Eigentlich müsste diesem Mann für die Wahrheit, die er ausspricht, gedankt werden. Ebenso all die anderen Personen, welche derzeit vor dem US-Geheimdienst auf der Flucht oder vor Gericht sind, verdienen Dank, dass sie (unbequeme) Wahrheiten ans Tageslicht gebracht haben.

Wie man schnell erkennt, ist in den USA die wirkliche Meinungsäußerung nicht gewünscht, auch wenn man es nach außen hin anders darstellt. Die USA liebt eben ihre Scheinheiligkeit. Das gilt nicht nur für das Recht auf freie Meinungsäußerung.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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