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In den letzten Wochen war die Börse sehr einladend. Sie hat die Türen aufgehalten für all diejenigen, die sich neu in den Börsensaal begeben haben. Wenn sie will, kann die Börse sehr zuvorkommend sein. Leider ist der Aktienmarkt selbstsüchtig und nicht treu. Wer sich auf das Parkett getraut hat, musste als Quittung für sein blindes Vertrauen deutliche Kursverluste hinnehmen. Auch heute fühlt sich der Privatanleger nicht wohl in seiner Haut.

Die Frage, die ihn quält, ist folgende: Hat er wieder am Börsenhoch gekauft? Denn irgendwie scheint die Euphorie verschunden zu sein. Kaum ist der Privatanleger im Markt, scheint die Stimmung zu drehen. Das war bei all den früheren Investments nicht anders. Meist hatte sich der private Anleger geschworen, sich nicht mehr von den süßen Worten des Aktienmarktes locken zu lassen. Dieser Schwur wird nur allzu gern gebrochen, da ist der angesprochene Investor nicht allein.

Heute sieht es wieder einmal besonders rot am Parkett aus. Der DAX verliert aktuell etwas über 1,8%. Schuld sind wieder einmal die anderen. Manche sagen, die Richter vom Verfassungsgericht Karlsruhe sind es. Andere machen die Zentralbanken verantwortlich, diese denken laut nach, ob sie den Geldhahn bald zudrehen sollten. Zudem sind da die Charttechniker, die ein Ende des Aufwärtstrends im DAX ausmachen. Das sind alles keine guten Nachrichten für unseren Privatanleger.

„Was passiert, wenn die Börse nicht mehr steigt“, ist sogleich die zweite Frage, die sich unser Investor stellt. Die Dritte lautet: „Jetzt verkaufen oder drin bleiben?“ Denn die einfachen Anleger haben einen natürlichen Hang, Dinge positiv zu sehen, auch wenn die Kurse fallen und das Marktumfeld schlechter wird. Man klammert sich an die Hoffnung, anstatt rechtzeitig die Reißleine zu ziehen.

Ein Indiz für die fallenden Kurse war z.B. die Unausgewogenheit, mit der der deutsche Aktienmarkt stieg. In dem Artikel "Vorsicht: Die Hälfte der DAX-Werte steigt nicht" wurde darauf hingewiesen, dass die Hälfte der Werte aus dem DAX30 keine neuen Hochs erklimmen konnte. Es hieß:

Der Betrachter bekommt schnell den falschen Eindruck, dass alle Aktien auf neue Höchstkurse steigen. Diese Annahme ist falsch. Der DAX-Anstieg wird nicht von der breiten Masse getragen. Nur die Hälfte der Aktien des Indexes steigen, wie die folgende Übersicht zeigt.

Jetzt sind die Sorgenfalten bereits auf der Stirn der Privatanleger. Sollte dieses neue Aktieninvestment wieder einmal in die Hose gehen, so wie all die anderen zuvor?

Es rumort in der Aktienwelt. Fällt das Kartenhaus bald in sich zusammen? Kein Anstieg dauert ewig und nicht jeder Anleger kann ein Gewinner sein. Leider sind es meist die Privatanleger, die zu den Verlierern gehören.

Die Börse ist nur nach außen seriös, gewandt und glitzernd. Im Innenraum geht es kampfbetont, egoistisch und meist unfair zu. Mit dieser rauen Welt rechnen viele Kleinanleger nicht. Die Folge ist dann meist Ratlosigkeit, die dann wieder neue Fragen mit sich bringt.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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