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Wie schnell die Stimmung an der Börse dreht, kann man am heutigen Tag an der DAX-Tafel ablesen. Der Index hatte gestern noch ein Rekordhoch erklommen und rauscht heute mit hoher Geschwindigkeit in die Tiefe. Über 2,5% beträgt das Minus derzeit, ohne dass ein einziger Wert aus dem DAX30 im Plus notiert. Verschreckt und verängstigt sollen die Anleger sein, nicht nur in Deutschland. Dabei ist der Grund eher banaler Natur.

Wer sich gefragt hat, warum an der Börse Kurse steigen oder fallen, der kann die Antwort vielleicht an Tagen wie diesem finden. Gestern haben die Anleger noch gefeiert und Rekorde aufgestellt und heute wird kollektiv Trübsal geblasen. Warum das so ist, weiß niemand so recht, es braucht jedoch Gründe, um die menschliche Seele zu beruhigen.

Schuld für den Kursverfall soll ein Einkaufsmanagerindex für China sein, der von der HSBC-Bank herausgegeben wurde. Dieser notierte im Mai bei 49,6 Punkten und damit unter der 50-Punkte-Marke, auf die die Anleger so besonders schauen. Werte unter 50 Punkten zeigen nämlich eine Kontraktion an. Was ist nun so besonders an dieser Zahl? Nichts, ist die naheliegendste Antwort. Der Einkaufsmanagerindex ist zuvor siebenmal in Folge gestiegen, nur weil er jetzt einmal im Minus notiert, ist das zunächst kein Beinbruch.

Für die Börsianer scheinbar schon. Zuerst haben die Anleger in Asien verkauft, da die Daten zu ihrer Handelszeit veröffentlicht wurden. Der Nikkei bekam eine deutliche Delle ab und verlor an nur einem Tag 7%. Das ist harter Tobak. In Folge waren auch die Anleger in Europa verunsichert. Sie verkauften ihre Anteile ebenso schnell und drückten den deutschen Index deutlich.

Der vorgeschobene Grund rechtfertigt keinen panikartigen Abverkauf. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Phasen, in der die chinesische Wirtschaft zu lahmen drohte und dennoch notieren die großen Börsenindizes weltweit auf Rekordniveau.

Dass die Anleger nun plötzlich Sorgenfalten auf der Stirn haben, ist daher unverständlich. Die Gründe, die herumgereicht werden, sind viel zu vage, als dass sie von Bedeutung wären. Wenn die Wirtschaft in China schlechter läuft, dann würden auch die Geschäfte der international agierenden DAX Konzerne schlecht laufen, ist nämlich die Schlussfolgerung für die verkaufswilligen Investoren. Soso, muss man sagen, und das kann man anhand eines einzelnen Einkaufsmanagerindexes ablesen?

Der Wahrheit näher kommt die Schlussfolgerung, dass die Aktienmärkte heiß gelaufen sind und dass nun jeder zusehen will, der Erste zu sein, wenn die Gewinnmitnahmen einsetzen. So einfach kann Börse sein.

Fragen Sie mal die Anleger, wenn der deutsche Leitindex wieder nach Norden geht, wieso sie Aktien kaufen. Auch dann werden Sie Gründe hören, die nicht sonderlich greifbar sind. Vergessen wird jedoch der heutige Paniktag sein. Der Einkaufsmanagerindex wird kein Thema mehr sein und die Stimmung wieder auf positiv drehen, weil ein anderer Indikator aus China einen Aufschwung signalisiert.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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