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Der DAX steigt schon wieder. Manch einer reibt sich die Augen und blickt ungläubig. Wer ein paar Jahre Erfahrung auf dem Buckel hat, der wird sich an das Treiben auf dem Parkett im Jahre 2000 erinnern. Damals stiegen die Indizes auch fast täglich. Es gab keine Korrektur, kein Luftholen, vor allem gab es keine sinkenden Kurse. Das verwirrte die Anleger am meisten. Jeder wusste, es stimmt etwas nicht, und dennoch konnten sich die gierigen Anleger nicht von dem Treiben lösen. Das Ende ist bekannt.

Die täglichen Fernsehberichte des Friedhelm Busch sind noch legendär. Er ist ein Börsenfachmann alter Schule. Er hatte schnell den richtigen Riecher, dass etwas am Anstieg des Gesamtmarktes, noch deutlicher am Neuen-Markt, nicht stimmte. Fast verzweifelt kommentierte er die immer neuen Rekordstände (kommt Ihnen bekannt vor?) des DAX und Co. Wohl wissend, dass dies nicht normal ist. Er konnte den Anstieg nicht verhindern.

Auch jetzt sind die Anstiege nicht erklärbar. Völlig willkürlich steigt der Markt immer steiler und immer höher. Das bringt all diejenigen in Zugzwang, die investieren wollen und bisher nicht gehandelt haben. Diese Investoren halten es irgendwann nicht mehr aus und kaufen dann ihre Wertpapiere. Damit befeuern sie den Anstieg. Damals vor 13 Jahren war das nicht anders. Wer nicht am Neuen-Markt investierte, wurde schief angesehen. Während die „Techs“ (so nannte man die technologielastigen Aktien aus dem Marktsegment) täglich zweistellig hinzugewannen, konnte man mit konservativen Titeln nur 2% erwirtschaften. Irgendwann konnten sich auch die vorsichtigen Anleger nicht mehr zurückhalten, auch sie investierten am Neuen-Markt. Der Index stieg immer weiter.

Heute warten die Anleger auf den Fall im DAX, der sich einfach nicht einstellen will. In der Folge kommen all diejenigen, die auf Cash sitzen, in Zugzwang. Der Markt fährt ihnen buchstäblich davon. Irgendwann ist der Druck so groß, dass sie aufgeben und auch Aktien kaufen. Die neuen Anleger fragen vermehrt Aktien nach und treiben den Preis und damit den Index. Ein Teufelskreis.

Der Markt will derzeit einfach nicht fallen. Jeder, der von Risiken redet, wird schief angesehen. Der Gewinn gibt all denen recht, die kurzfristig das große Geld riechen. Wer vor 13 Jahren die Phase des Neuen-Marktes, in den USA dot.com-Blase genannt, mitverfolgt hat, der weiß, wovon hier die Rede ist. Wie die wilde Rally dann am Ende ausgegangen ist, das ist hinlänglich bekannt. Sehr viele Anleger haben sehr viel Geld verloren. Manche sogar Haus und Hof.

Mit jedem Tag, an dem der Aktienmarkt wild nach oben drängt, steigt das Risiko, dass dieser Anstieg bald sein jähes Ende findet. Ein Einbruch ist sicher, die Frage ist nur, wie lange der Markt die Nerven der Anleger strapazieren kann.

Es ist ganz genauso wie damals. Vorübergehend konnte der Markt euphorisch steigen, auch wenn Friedhelm Busch vor der Euphorie gewarnt hat. Kurzfristig hat seine Warnung kein Gehör gefunden. Am Ende ist der Markt in sich zusammengefallen. Lassen Sie sich daher nicht von den grünen Vorzeichen täuschen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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