Buchtipp

Manche Anleger wünschen sich manchmal, sie hätten sich nie auf die Börse eingelassen. Sie haben es mit Valueaktien versucht und sind gescheitert, sie haben es mit Zockeraktien probiert und haben sich die Finger verbrannt. Sie haben sich auf das kurzfristige Daytrading eingelassen und wurden immer wieder ausgestoppt, bis das Tradingkapital dahin war. Im Rückblick verstehen diese Anleger, dass ein Leben ohne Aktien bedeutend ruhiger ist, als täglich am Nerv der Märkte zu sein.

Viele Anleger verfallen dem Reiz des Marktes. Es geht dort im Fast-Modus schnell nach oben und nach unten. Handeln kann man in beide Richtungen und damit gibt es keine Pausen mehr. Gewinne locken den Anleger zu jederzeit. Vor allem ist er überzeugt davon, dass er die Chancen am Markt nur in Profite umwandeln muss. Das klingt oftmals zu einfach. Diesem selbstgemachten Druck, immer am Puls der Börse sein zu müssen, verfallen sehr viele Marktteilnehmer. Das ist eine Illusion, die sich hartnäckig hält. 

Denn es gibt auch eine Welt ohne Aktien und Trading. Das geht in der ganzen Berichterstattung in den Medien gänzlich unter. Auf fast jeder Webseite, die sich mit Nachrichten beschäftigt, ist ein Teil dem Börsengeschehen gewidmet. Steigt der DAX oder fällt er? Wer sind die Tops und wer die Flops am heutigen Tag? Solche Fragen suchen nach Antworten. Vor allem rieseln unaufhörlich Gründe auf den Leser ein, die die Bewegung des DAX erklären. Als wäre das alles nicht genug, gibt es auch noch am Abend kurz vor der Tageschau ein Blick auf das Börsengeschehen. Das ist viel zu viel.

Das Gefühl, das die Menschen umgibt, ist, dass es in der heutigen Welt nicht ohne Aktien geht. Jeder müsste wissen, was an den Märkten passiert, vor allem muss man dabei sein, wenn die Kurse steigen, ist das unterschwellige Gefühl. Diese Lockrufe werden umso süßer, je höher der Aktienmarkt steigt. Besonders interessant wird die Börse, wenn der Leitindex DAX neue Rekordstände aufweist, dann glauben die Anleger, sie hätten etwas verpasst und müssten jetzt unbedingt noch mitmachen.

Das Mitmachen gestaltet sich jedoch gar nicht so einfach. Die Unmengen an Aktien wollen analysiert werden, da gilt es einen Durchblick zu bekommen und die richtigen auszuwählen. Wer beherrscht schon die Fundamental- oder die Chartanalyse. Aktien kaufen ist komplizierter, als die Börsennachrichten einem weismachen wollen. Wenn der Bürger dann doch Aktien kauft, dann verkauft er seine Wertpapiere meist viel zu früh, so dass der größere Gewinn ohne ihn verteilt wird. Macht er Verluste, dann bleibt er zu lange im Markt und vergrößert diese nur.

Manchmal wagt der Anleger sich in die neuen Anlageformen. Das sind dann solche Dinge wie CFD und KO-Scheine. Diese Ausflüge in ein neues Anlagefeld, nämlich die des Tradings, sind leider auch kompliziert. Der Kurs bewegt sich (gefühlt) zu schnell, denn der starke Hebel in dieser Anlageform lässt Gewinne und Verluste viel zu schnell steigen und bald wieder dahinschmelzen. Oftmals ist dann der Emittent schuld, wenn die eigene Position ausgeknockt wird. Unter den Tradern wird die meiste Zeit geschimpft, wer schuld an den Verlusten ist.

Das ganze Hin und Her im DAX ist nicht für jeden Menschen ertragbar. Das sind nicht nur einfache Linien, die sich an der DAX-Tafel krümmen. Es sind Millionen, die bewegt werden. Da es an der Börse um sehr viel Geld geht, hört dort auch der Spaß auf. Die großen Marktteilnehmer sind nämlich daran interessiert, die anderen (vor allem die kleinen Anleger) auszunehmen. Das gelingt ihnen auch, da sie die bessere Technik, die größere Erfahrung und die Prise "Skrupellosigkeit" haben. Für den normalen Anleger ist das eine neue, meist schmerzhafte Erfahrung.

Der dauernde Wechseln von Heiß und Kalt, von Sonne und Regen, von Hoch und Tief und von Gewinnen und Verlusten geht auf die Psyche. Nicht nur im Verlustfall, auch im Falle von Gewinnen. Auch mit Gewinnen muss man umgehen können. Am Ende eines Tages ist ein kurzfristiger Anleger ganz schön geschlaucht. Das kommt durch das Wechselbad der Gefühle.

Viele Anleger glauben, dass sie sich (diese Anstrengung) antun müssen. Das ist jedoch nur eine einseitige Betrachtung. Es geht nämlich auch ohne Aktien und ohne Gezocke. Der Vorteil liegt auf der Hand. Sie haben keinen Stress, müssen sich keine Gedanken um die Zukunft des Aktienmarktes machen. Das Wichtigste ist, Sie haben ein viel geruhsameres Leben.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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