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Der DAX hat ein Rekordhoch erreicht und die Medien feiern das gebührend. Es sieht so aus, als freuten sich alle über dieses Ereignis. Jeder scheint zu der laufenden Börsenparty eingeladen zu sein. Aber nicht jeder hat auf steigende Kurse gesetzt. Diejenigen, die an der Börse auf fallende Kurse gesetzt haben, müssen schwere Tage überstehen bzw. sind schon länger in schwerem Fahrwasser unterwegs. Trader, also kurzfristige Anleger, sind nicht zu beneiden, denn sie müssen viel aushalten.

In der Theorie ist die Welt des Traders eine einfache. Er muss zunächst einen Plan haben, seinen Basiswert analysieren, entsprechende Handelsmarken ausfindig machen, und dann Geduld aufbringen, bis diese vom Markt erreicht werden. Entsteht aufgrund seiner Analyse ein Signal zum Einstieg, dann muss schnell gehandelt werden. Danach muss die Position mit einem Stopp-Loss-Auftrag geschützt werden und fertig ist der Trade. Danach kann der Trader geruhsam zusehen, wie der Markt sich entwickelt. Soweit die Theorie.

In der Praxis ist die Traderwelt eine ganz andere. In dieser will der Trader handeln. Er wartet also nicht geduldig, sondern springt eilig in den Markt. Am Beispiel des DAX würde der gewöhnliche Trader den Anstieg möglicherweise shorten, also auf fallende Kurse setzen. Der Markt wäre ihm zu heiß gelaufen und irgendwann müssten die Kurse ja fallen. Zum einen kann der Shortversuch gestartet werden, weil der Trader zu Beginn des Anstiegs Long war, sein Plus bereits gemacht hat und nun auf eine Phase von fallenden Kursen hofft. Oder der Trader hat bereits mit einem Short-Trade Verluste eingefahren und versucht nun mit immer neuen Shortversuchen, endlich einen Treffer zu landen. Das endet meist blutig und oft mit einem massiven Tagesverlust.

Auch ist der Tradeverlauf ein ganz anderer als in der Theorie beschrieben. In Wirklichkeit geht ein Trade oft auf die Psyche. Der Trader hängt vor seinem Rechner und sieht den Trade gegen sich laufen. Das gilt es auszuhalten, denn echtes, schwer verdientes Geld zu verlieren, ist nicht einfach. Das muss man erlebt haben. Mit den Erfahrungen aus einem Börsenspiel hat das nichts zu tun. Jeder Punkt, den der DAX steigt, ist schmerzhaft für diejenigen, die falsch positioniert sind.

In der Summe sind die meisten Trader irgendwann falsch positioniert. Daher kann die Phase, in der der Trader am Rechner klebt und jede Kursveränderung verfolgt sowie jedes Minus mitzählt, nicht nur den Shortanlegern angelastet werden, sondern ist für alle Trader gültig. In der Praxis geht es um echtes Geld und um Gewinne, die der Trader unbedingt erwirtschaften will. Nur deshalb sitzt er stundenlang vor dem Computer und hofft und bangt.

Ein Trader Alltag hat nichts mit den Bildern aus der Werbung zu tun, in der smarte Gewinner scheinbar spielend ihren Kontostand erhöhen. Ganz im Gegenteil. Der durchschnittliche Trader muss Höhen und Tiefen durchleben. Er muss mit Fehlern umgehen können, die sich einschleichen und mit Märkten kämpfen, die oftmals etwas gegen ihn haben. Am Ende solch eines Tages ist ein Trader ganz schön geschlaucht.

Geldverdienen als Trader ist eben ein Knochenjob und kein Zuckerschlecken. Wissen können das nur diejenigen, die schon mal gehandelt haben.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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