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Der DAX hat den höchsten Stand seit seinem Bestehen erreicht. Der Index ist in Rekordlaune, heißt es jetzt in den Medien. Es wird im Kollektiv gefeiert, so als hätte die Nationalmannschaft den WM-Titel geholt. Aber gut, es sind ja nur 13% der Deutschen in Aktien investiert und dennoch, wenn es ums Feiern geht, dann sind sich die Medien einig. Der Rausch muss auch an diejenigen am Spielfeldrand übertragen werden. Diese Euphorie ist kaum auszuhalten.

Der Aktienmarkt soll Chancen bieten und Potential beherbergen, heißt es schnell in den Informationskanälen. Den Unternehmen geht es gut, heißt es stark verallgemeinert. Sie würden gut verdienen. Das wären Gründe, um den Aktienmarkt näher zu betrachten. Diese Lobhudelei auf den DAX ist schwer zu verdauen, da abseits der Titelseite von einer schwächeren Konjunktur berichtet wird. Die Autoindustrie steht vor ihrer größten Krise und die Banken haben trotz Rekordgewinnen kein wirkliches Geschäftsmodell, um ihre Milliardengewinne rechtfertigen zu können.

Nicht wiederholt werden braucht die desolate Lage in vielen europäischen Ländern. Über die Rekordlaune im DAX wird gerne geschrieben, über die Rekordarbeitslosigkeit in der Eurozone jedoch weniger. Und dennoch ist sie vorhanden. Woher die Medien eine zukünftige Gewinnsteigerung der deutschen Unternehmen erahnen, bleibt deren Geheimnis. Denn es muss auch jemanden geben, der die deutschen Produkte kauft. Das geht schlecht, wenn der Konsument kein Geld hat.

Gut, für den Moment wird am Parkett gefeiert. Das wird es immer, wenn es an der Börse hoch hinausgeht. Die stille Frage, die sich nun stellt, ist, ob nun neue Anleger begeistert auf den Platz stürmen und auch Aktien erwerben wollen. Diese glauben vielleicht, dass sie zu lange gezögert haben und jetzt reißt die Geduldsschnur.

Es gibt einen Grund, warum die Deutschen nicht gerne Aktien kaufen. Für die deutschen Bürger muss es geordnet vorgehen und Dinge müssen logisch sein. 2+2 muss 4 ergeben. Wenn jedoch wie im Dax europäische Krise und Konjunkturabkühlung neue Rekordstände zur Folge haben, dann verstehen das die Menschen nicht. Die meisten schauen dem Treiben entgeistert zu.

Die wenigen, die sich am Aktienmarkt tummeln, bewegen viel Kapital (sonst würde sie niemand beachten) und lassen sich für etwas feiern, das keines Festes würdig ist. Sie handeln sich in einen Rausch. Es soll immer weiter und immer höher gehen. Dass dies nicht geht, weiß der Verstand. Dieser ist jedoch derzeit im Aktienmarkt ausgesetzt.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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